Die Erfindung des ersten Spülklosetts - so werden Toiletten mit Wasserspülung genannt - liegt schon mehr als 300 Jahre zurück. Das bedeutet aber nicht, dass es um 1900 in jeder Wohnung solche Toiletten gibt. Im Gegenteil, noch sind Spülklosetts die Ausnahme.Den Luxus einer so teuren Toilette leisten sich reiche Leute wie Lenas Eltern. Im Gutshaus gibt es sogar einen eigenen Raum für das Spülklosett. Natürlich nur für die Herrschaften, also Lenas Familie. Das Personal geht auf das Plumpsklo im Garten.Mit einem Gemeinschaftsklo muss sich auch Max begnügen. In dem Stadthaus gibt es viele kleine Wohnungen für die Arbeiterfamilien. Für alle zusammen gibt es aber nur ein Klo. Es befindet sich in einem kleinen Raum im Treppenhaus. Dort stinkt es ziemlich fies. Und manchmal muss Max lange warten, bis er endlich an der Reihe ist.Aber nicht nur bei den Toiletten unterscheiden sich die Wohnungen von Max und Lena. Während Max mit seinem kleinen Bruder in einem Bett schläft, hat Lena nicht nur ein wunderschönes Kinderbett für sich allein, sondern ein ganzes Kinderzimmer. Sie besitzt extra angefertigte kleine Kindermöbel und sehr viel Spielzeug. Immer wenn die Kinderfrau findet, dass Lena baden muss, macht ein Küchenmädchen Wasser heiß und trägt es in Eimern hinauf ins Badezimmer.Max wäscht sich jeden Tag Gesicht und Hände in einer Waschschüssel. Einmal pro Woche steigt die ganze Familie nacheinander in eine kleine Zinkwanne, um den ganzen Körper zu waschen. Zuerst sind die Eltern dran. Und dann, eines nach dem anderen, die Kinder.------------------------------BU: In Gutshäusern gab es neben einem Badezimmer einen Extra-Raum mit einem Wasserklosett. Sehr komfortabel für die damaligen Verhältnisse!
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