Gab es auch Entdeckerinnen?

BK
Lesezeit 2 Min

Für Frauen war es früher viel schwerer als für Männer, auf Entdeckungsreise zu gehen. Sie hatten weniger Rechte als Männer. Sie durften nicht studieren und in der Regel hatten sie auch keinen eigenen Besitz. Allein reisen durften sie ebenfalls nicht - oder sie wurden zumindest schief angesehen, wenn sie es taten. Nur sehr mutige Frauen setzten sich über diese Verbote und Regeln hinweg. Es gibt noch einen Grund, warum man nur wenig über Entdeckerinnen weiß: Die Geschichte der Entdeckungen wurde von Männern aufgeschrieben - und die schenkten Frauen kaum Beachtung. So glaubt man bis vor Kurzen, dass Kolumbus nur Männer auf seine Reisen mitgenommen habe. Aber dann fand man das Skelett einer europäischen Frau auf dem Friedhof der ersten Siedlung, die Kolumbus in Amerika gegründet hat. Diese Frau muss mit ihm gefahren sein, auch wenn das nirgendwo vermerkt ist.Etwas mehr weiß man über Frauen, die im 18. und 19. Jahrhundert als Forscherinnen unterwegs waren. Eine der berühmtesten ist die Engländerin Mary Kingsley. Als sie 30 Jahre alt war, starben ihre Eltern, für die sie gesorgt hatte. Zum ersten Mal in ihrem Leben hatte sie keine Verpflichtungen. Mit etwas Geld und einem Revolver brach sie ins Land ihrer Träume auf: nach Westafrika. Sie erkundete das Landesinnere, überstand Fahrten auf reißenden Flüssen und Krokodil-Angriffe und entdeckte neue Fischarten und Pflanzen. Zurück in England, schrieb sie Bücher und hielt Vorträge. Dabei sagte sie offen, dass sie gegen die Sklaverei war. Und sie vertrat ihre Meinung auch Männern gegenüber. Doch von Frauen erwartete man damals, dass sie sich zurücknahmen und Männern nicht widersprachen. Deswegen bekam Mary Kingsley große Schwierigkeiten. Und so ging sie wieder nach Afrika, wo sie bis zu ihrem Tod als Krankenschwester arbeitete. BU: Mary Kingsley

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com