Unsere Füße sind komplizierte Fortbewegungswunder: 26 Knochen, 27 Gelenke plus Sprunggelenk, 32 Muskeln, dazu 107 Sehnen, Bänder und unzählige Gefäße – das ist, worauf wir täglich gehen.
Das Skelett des Fußes ist dreigeteilt – in Fußwurzel, Mittelfuß und Zehen. Dass der Fuß die extremen Anforderungen, die wir an ihn stellen, überhaupt aushalten und erfüllen kann, verdankt er einer raffinierten Konstruktion aus Längs- und Quergewölbe. Nur durch die Spannung der Muskeln und Sehnen wird er tragfähig und belastbar. Gleichzeitig ermöglicht die Gewölbekonstruktion des Fußes optimale Flexibilität und Anpassung an die unterschiedlichsten Bodenverhältnisse.
Das Fersenbein hält unsere Treter im Gleichgewicht. Steht es im Lot, wird der Fuß richtig belastet. Der Vorfuß ist von der Bewegungsrichtung der Ferse entgegengesetzt. Die Ferse dreht nach außen, der Vorfuß nach innen. Das sorgt für zusätzliche Stabilität.
Füße beeinflussen die gesamte Haltung des Menschen. Fehlstellungen der Füße wirken sich in einer Kettenreaktion auf die Stellung der Gelenke aus, können zum Beispiel für Hohlkreuz und x-Beine verantwortlich sein. Die häufigsten Fehlstellungen sind:
Knick-, Senk-, Plattfuß: Sie hängen meistens zusammen. Zunächst senkt sich das Längsgewölbe des Fußes, es entsteht ein Senkfuß. Meist gleichzeitig knickt der Fuß zur Seite und es bildet sich ein Knick- beziehungsweise ein Knick-Senkfuß. Der Senkfuß kann in einen Plattfuß übergehen. Im Kindesalter ist dieser normal. Bis zur Pubertät sollte sich das Längsgewölbe allerdings normal ausgebildet haben. Zur Krankheit wird der Plattfuß vor allem dann, wenn er zu Beschwerden führt wie beispielsweise Schmerzen auf der Innenseite des Fußknöchels, der auch anschwellen und sich entzünden kann. Steht die Ferse nicht mehr gerade, belastet dies unter anderem das Sprunggelenk und die dazugehörigen Bänder und Sehnen.
Der Spreizfuß ist die Fußfehlstellung, die am häufigsten Schmerzen bereitet. Er entsteht, wenn sich der Vorfuß verbreitert. Die Mittelfußknochen im Vorfuß klaffen auseinander und die große Zehe verformt sich zunehmend. Betroffen sind oft die mittleren Zehen und die Fußunterseite. Dort bilden sich auch vermehrt Schwielen und Hühneraugen. Außerdem begünstigt ein Spreizfuß einen Hallux valgus.
Der Hallux valgus betrifft die große Zehe. Er nennt sich auch Großzehenballen, Ballenzeh, schiefer Zeh oder Ballengroßzehe. Bei dieser Fehlstellung wandert der erste Mittelfußknochen in Richtung Fußaußenseite, wodurch sich der vordere Teil des Fußes verbreitert. Gleichzeitig knickt die Großzehe nach innen weg und nähert sich den mittleren Zehen an. Hochhackige und spitz zulaufende Schuhe begünstigen in vielen Fällen die Entwicklung eines Hallux valgus, deshalb ist der verformte Zeh vorwiegend Frauensache.
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