Das Kottbusser Tor: Im vorigen Jahr wurden dort 600 Gewaltstraftaten und mehrere hundert Drogendelikte registriert. Die Polizei ist deshalb bereits mit einer Sondereinsatztruppe präsent. Doch die bisherige Polizeipräsenz wechselt je nach Kapazität. Das soll sich dann ändern – und zwar mit den mobilen Wachen und der Rückkehr des Kontaktbereichsbeamten.
„Mobile Wachen sind grundsätzlich nicht verkehrt. Am Kottbusser Tor bemängeln Anwohner schon lange, dass zu wenig Polizei vor Ort ist“, sagt Michael Böhl vom Bund deutscher Kriminalbeamter. Mit einer mobilen Wache hätten die Anwohner immer die selben Ansprechpartner. Sie soll mit mindestens drei Beamten besetzt werden.
Gegenwärtig erarbeitet die Innenverwaltung ein Konzept, nach dem es mindestens fünf mobile Wachen in der Stadtgeben soll. Außerdem wird es ein Gesamtkonzept für die Zusammenarbeit von Anwohnern, Gewerbetreibenden und Bezirksämtern bei der Kriminalitätsbekämpfung geben.
Der Wunderkoffer für die erkennungsdienstliche Behandlung. Polizei und Gewerkschaften fordern Fast-ID für die mobilen Wachen.
© GdP
Jede der fünf mobilen Wachen soll rund 100.000 Euro kosten und verfügt dann über einen festen Arbeitsplatz mit Schreibtisch und Drucker. „Alle Fahrzeuge werden gleichzeitig angeschafft. An der Ausschreibung arbeitet man derzeit“, sagt Polizeisprecher Thomas Neuendorf. Ob die speziellen Polizeiautos 24 Stunden lang besetzt sein werden, ist noch unklar. Sie bräuchten auf jeden Fall eine Sondernutzungsgenehmigung vom Bezirk, da sie länger auf einem Fleck stehen.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnt davor, die extra dafür angeschafften Autos als „Kummerkasten“ verkommen zu lassen. Vielmehr müssten sie so ausgestattet sein, dass sie wie Mini-Wachen funktionieren.
„Mit Fast-ID und den dazugehörigen Einsatzkoffern wie sie die Bundespolizei seit einigen Jahren hat, könnten wir mobile Arbeitsplätze schaffen. So könnten wir ohne gigantischen Zeit- und Arbeitsaufwand Kriminelle ausfindig machen und erkennungsdienstlich behandeln“, erklärt GdP-Sprecher Benjamin Jendro. Laut Neuendorf ist diese Technik aber bisher nicht vorgesehen.
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