Der klare Kommentar

Für Facebook zahlen? Ohne mich!

Für schlappe zehn Euro im Monat gibt es bald Facebook und Instagram werbefrei. Aber seine Privatsphäre schützt man damit trotzdem nicht.

Foto von Autor/Autorin: Jana Hollstein
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Instagram und Facebook sollen bald werbefrei sein, aber Geld kosten.

Instagram und Facebook sollen bald werbefrei sein, aber Geld kosten.

© Shotshop/IMAGO

„Wenn du nicht für das Produkt bezahlst, bist du das Produkt“ – die Mahnung habe ich immer wieder von Leuten gehört, die sich mit Social Media auskennen. Bald wird man das nicht mehr so einfach sagen können, denn soziale Medien führen langsam ein Bezahlsystem ein.

Bisher waren die meisten Social-Media-Plattformen für uns vermeintlich gratis. Dass wir dafür ausspioniert wurden, wussten wir erst nicht, und als wir es dann wussten, war es den meisten egal. Was kann schließlich so schlimm daran sein, dass ich Werbung sehe, die besser auf mich zugeschnitten ist? Zumindest habe ich das lange gedacht.

Spionage auf Social Media: Es geht nicht nur um Werbung

In den letzten Jahren ist ein bisschen bekannter geworden, was es eigentlich bedeutet, von großen Unternehmen ausspioniert zu werden. In der Doku „The Social Dilemma“ auf Netflix erzählen ehemalige Mitarbeiter von Facebook und Co, wie wir so manipuliert werden. Die personalisierte Werbung ist nur die Spitze des Eisbergs. Hier wird Meinungsmache betrieben, indem Nutzer in sogenannten Filterbubbles gehalten werden und nur noch Posts sehen, die ihrer eigenen Meinung entsprechen und immer radikaler werden.

Social Media ist zu einem wichtigen Teil unseres Lebens geworden.

Social Media ist zu einem wichtigen Teil unseres Lebens geworden.

© Camilo Jimenez/Unsplash

Unsere Social-Media-Sucht wird ausgeschlachtet

Wir denken immer, dass unsere Handys uns zuhören, aber eigentlich brauchen sie das gar nicht. Unser Online-Verhalten sagt ihnen genug. Wir benutzen Social Media so häufig, dass manche Menschen lieber auf Kinder, Sex oder ganze Lebensjahre verzichten würden als auf Facebook und Co – zumindest laut einer neuen Studie.

Da kann man als Mark Zuckerberg schon mal zuschlagen. Zehn Euro wollen Facebook und Instagram demnächst für werbefreie Nutzung verlangen. TikTok und Twitter/X haben ein ähnliches Programm. Aber der Clou ist: Werbefrei heißt nicht trackingfrei. Unsere Daten können trotzdem weitergegeben werden. In Zukunft kann es also sein, dass wir zahlen müssen – und trotzdem das Produkt sind.

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