Aktivisten haben in einer Aktion am Sonntag neun Häuser im gesamten Berliner Stadtgebiet besetzt. Wie die Gruppe „#besetzen“ über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, seien leerstehende Häuser in Friedrichshain, Neukölln, Steglitz, Kreuzberg, Rummelsburg und Grünau besetzt worden.
Die Aktivisten hatten die Aktion unter dem Namen „Frühling der Hausbesetzung“ und langfristig geplant. Bereits vor einigen Tagen gaben sie via Twitter bekannt, dass in absehbarer Zeit Häuser in Berlin von ihnen besetzt würden.
Einsatz gegen Gentrifizierung
Mit den Hausbesetzungen wollen die Aktivisten auf die fortschreitende Gentrifizierung Berlins und den damit verbundenen Wegfall von günstigem und „profitfreiem“ Wohnraum protestieren und gleichzeitig neue Räume für selbstgestaltete Kieze und selbstgestaltetes Wohnen erschließen.
Wie durch verschiedene Tweets zu erfahren war, laufen bereits erste Polizei-Einsätze gegen einige der besetzten Häuser. Die Polizei selbst war für eine Stellungnahme jedoch bislang nicht zu erreichen.
In den sozialen Netzwerken erhielt die Aktion indes sichtbar Unterstützung. So äußerte sich unter anderem Satiriker Jan Böhmermann zu der Aktion per Tweet.
Die Besetzungen seien auf Dauer angelegt, hieß es. In manchen Fällen gehe es um Gebäude im Besitz von Landeswohnungsunternehmen, erklärte die Polizei. Da damit klar sei, dass eine Besetzung vom Eigentümer nicht geduldet werde, werde in diesen Fällen der weitere Zugang beschränkt.
Am späten Sonntagnachmittag waren nach Angaben der Aktivisten schon zwei Gebäude - in der Finowstraße/Ecke Frankfurter Allee in Friedrichshain und in der Karl-Marx-Straße 145 in Neukölln - zunächst wieder verlassen. In der Bornsdorfer Straße und in der Reichenberger Straße 114 dagegen seien jeweils etwa 100 Menschen vor Ort - aber auch vor den Gebäuden, sagte der Sprecher der Besetzer. Die Polizei halte sich bislang noch zurück, hieß es.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com