Berlin - Na, tropft Ihnen gerade auch der Schweiß von der Stirn? Würden Sie sich bei 38 Grad nicht auch liebend gern ins Gefrierfach setzen? Das habe ich, der KURIER-Reporter, getan - auf der Suche nach den kühlsten Orten der Hauptstadt.Los geht's im Großmarkt. Der Lagerraum vom Blumenhändler "Exotic Garden". Frische 6 Grad blinken auf dem Thermometer, Rosen aus Ecuador halten sich so drei Tage. Ich denke: "Das kann nicht alles gewesen sein!".Weiter ins Promi-Lokal Vau. Hier hortet Starkoch Kolja Kleeberg seine Leckereien im begehbaren Kühlraum. Zwei Grad Kälte, ich stehe zwischen Eismeerforelle (wie passend) und Perlhuhnbrust. Mir fröstelt's, aber ich will mehr - die absolute Minusgrad-Dröhnung. Ab ins Immanuel-Krankenhaus am Wannsee, in die Kältekammer.Eigentlich werden hier Rheuma- und Neuroderimits-Patienten therapiert. Mit aber ist einfach nur heiß. "Sie werden gleich zwei bis drei Minuten in der Kältekammer verbringen. Bei 110 Grad minus", warnt mich Frank Ruppenthal, Leiter der Physiotherapie.Minus 110 Grad! Egal, rein in die Eis-Kammer. Nur mit Schuhen, Unterhose, Mund- und Ohrenschutz und Fellhandschuhen bekleidet. Via Gegensprechanlage weist Ruppenthal mich an: "Langsam die Schultern kreisen lassen, Knie anziehen".Ich atme schneller, kneife meine Augen zusammen, spüre winzige Nadelstiche auf meiner Haut kribbeln. Ein Gefühl, als würde ich in Eiswürfeln baden. Eigentlich angenehm. Nach zwei Minuten aber ist Schluss mit lustig-frostig, ich muss raus. Raus in einen 25 Grad warmen Kontrollraum. Geschafft, den Temperaturunterschied von 135 Grad überstanden. Wohlbefinden macht sich breit, meine Muskulatur entspannt, ich fühle mich frisch. Und danach? Raus ins aufgeheizte Auto. 38 Grad. Berlin heiß-kalt eben.------------------------------BU: 6 Grad. Keine Tulpen aus Amsterdam, sondern Rosen aus Ecuador lagern bei sechs Grad im Großmarkt in Moabit.
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