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Friedrichstadt-Palast sperrt Schwulenfeinde aus

Der Friedrichstadt-Palast macht der Welt deutlich, dass Schwulenfeindlichkeit Folgen hat: Die Botschafter von 82 Staaten, die Homosexualität unterdrücken, werden von Premiere und Premierenparty für die Show „The Wyld“ ausgeladen.

Erik Baumgärtel und Gerhard Lehrke
Lesezeit 2 Min
Szenen wie diese werden die Botschafter von 82 Staaten nur auf eigene Kosten sehen können.

Szenen wie diese werden die Botschafter von 82 Staaten nur auf eigene Kosten sehen können.

© Stefano Canulli Lizenz

Es fehlt auf der Liste nicht viel zur Hälfte aller 193 Länder der Erde. Dabei macht der Palast keinen Unterschied, ob Gesetze, die Homosexuelle unterdrücken, auch angewendet werden. Intendant Berndt Schmidt: „Wir feiern unsere Premieren nicht mit Vertretern, die Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung unterdrücken, drangsalieren oder kriminalisieren.“ Es sei niemandem zuzumuten, mit derlei Ehrengästen in einem Raum zu feiern.

Den größten Anteil der Ausgeladenen stellt Afrika mit 37 Staaten. Das reicht von Algerien und Angola über Kenia und Mauritius bis Tunesien und Uganda. Es folgt Asien mit Afghanistan, Indien, Iran oder Singapur, die Amerikas sind durch kleine Staaten wie Barbados, Jamaika oder Trinidad und Tobago vertreten. Aus Ozeanien trifft es zum Beispiel Samoa oder Tonga.

In Europa wird nur ein Staat vom Bannstrahl getroffen: Russland. Das Land hat das Show-Theater schon seit längerem wegen seiner schwulenfeindlichen Gesetze und der Hexenjagd auf Homosexuelle im Visier: Damals beendete der Palast die Kooperation mit russischen Künstlern und Organisationen.

Intendant Schmidt erklärte damals: „Dieser Boykott ist unsere stärkste Möglichkeit als Friedrichstadt-Palast, unsere Solidarität mit den homosexuellen und allen anderen aufgeklärten und toleranten Russinnen und Russen zu zeigen.“

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