Er tanzt durch den Supermarkt, badet in einer Wanne voller Milch und Müsli. Preist „super Fritten“ und „sehr geilen Dorsch“ an. Der „Edeka“-Werbespot „Supergeil“ hat Friedrich Liechtenstein (58) 2014 über Nacht zum Star gemacht.
Dabei gab es Zeiten, in denen der schräge Künstler aus Mitte aus Geldnot hungern musste. Jetzt stellt er seine Biografie „Super – mein Leben“ vor. KURIER-Mitarbeiterin Silvia Becker traf ihn.
KURIER: Herr Liechtenstein, sprechen Menschen Sie immer noch mit „Mr. Supergeil“ an?
Friedrich Liechtenstein: Ja, nach wie vor. Es ist ein bisschen weniger geworden. Aber wenn das Eis bricht und der erste sich traut und ein Foto macht, dann kommen ganz viele hinterher.
Nervt es Sie, auf das „Supergeil“-Image reduziert zu werden?
Mich lässt das eher kalt. So ist das eben, wenn ich durch die Stadt laufe. Das ist Alltag geworden. Für mich ist nur wichtig, dass ich mich sonst hauptsächlich mit schönen, komplexeren Projekten beschäftige.
Bereuen Sie es rückblickend, den Spot gemacht zu haben?
Nein. Der Erfolg war ein gutes Gefühl. Dieser Hype hat mein Leben verändert.
Es gab Zeiten, in denen Sie von Ihrer Schauspielerei und Musik nicht leben konnten. Wie schlecht ging es Ihnen?
Ich hatte eine kleine Wohnung in Berlin und wenn ich mal etwas Geld bekommen habe, habe ich das sofort auf das Konto des Vermieters überwiesen. Es gab auch Tage, an denen ich kaum etwas zu essen hatte. Dann habe ich mich fast nur von Brötchen und Quark ernährt. Das war krass.
In Ihrem Buch schildern Sie, wie Sie die Küchen Ihrer Freunde geplündert haben...
Ja, das war peinlich. Da kam ich vor lauter Hunger zur Tür rein und bevor man angefangen hat zu reden, habe ich schon die Schubfächer in der Küche aufgemacht und gesagt: „Ich koche uns mal eben Spaghetti, geht ja schnell.“
Sie waren nach der Wende erstmals im Pornokino ...
Ich glaube, das war damals so eine Übersprunghandlung nach dem Mauerfall. Mal sehen, was die da im Westen noch alles zu bieten haben ...
Woran arbeiten Sie aktuell?
Es gibt demnächst eine neue Platte, auf der ich meine alten Songs noch mal neu aufnehme. Es ist Elektropop, tanzbar, aber auch chansonhaft. Da merkt man auch, dass ich tatsächlich gerne singe und nicht nur so ein Sprechgesangs-Typ bin. Außerdem arbeite ich gemeinsam mit Mousse T. an einem Dance-Album. Ansonsten habe ich viele Auftritte, auf Festen oder Galas.
Apropos Auftritte: Sie schreiben, dass Ihr Bauch sehr anziehend wirke, auch auf junge Frauen. Sie sind Single. Wie laufen die Flirts?
Es ist leider schlechter geworden. Durch diesen Bekanntheitsgrad ist es ein bisschen komplizierter. Ich werde zwar angesprochen, aber man weiß ja nie so richtig, wie das jetzt eigentlich gemeint ist. Früher wusste man, es geht um die reine Person, um nichts anderes. Aber ich habe ja schon einiges erlebt, bin jetzt sehr entspannt. Ich bin in dieser Hinsicht nicht so gierig, sage ich mal.
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