Frauen in Eckkneipen

Eine Frau. Ein Tresen. Ein Bier

Von wegen Herren-Domäne! Nicht nur Männer lieben Eckkneipen. Eine Spurensuche.

Anne-Kattrin Palmer Olga Bobileva und Volkmar Otto (Fotos)
Lesezeit 5 Min
Es ist eine familiäre Atmosphäre. Sigrid Löschau (61): „In meiner Eckkneipe treffe ich Freunde und Bekannte. Wir reden, feiern mal zusammen und unternehmen Ausflüge. Es ist eine sehr familiäre, vertraute Atmosphäre. Und sehr unkompliziert und locker.“

Es ist eine familiäre Atmosphäre. Sigrid Löschau (61): „In meiner Eckkneipe treffe ich Freunde und Bekannte. Wir reden, feiern mal zusammen und unternehmen Ausflüge. Es ist eine sehr familiäre, vertraute Atmosphäre. Und sehr unkompliziert und locker.“

© Volkmar Otto Lizenz

Es ist eine familiäre Atmosphäre. Sigrid Löschau (61): „In meiner Eckkneipe treffe ich Freunde und Bekannte. Wir reden, feiern mal zusammen und unternehmen Ausflüge. Es ist eine sehr familiäre, vertraute Atmosphäre. Und sehr unkompliziert und locker.“

Es ist eine familiäre Atmosphäre. Sigrid Löschau (61): „In meiner Eckkneipe treffe ich Freunde und Bekannte. Wir reden, feiern mal zusammen und unternehmen Ausflüge. Es ist eine sehr familiäre, vertraute Atmosphäre. Und sehr unkompliziert und locker.“

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Ein heimeliges Plätzchen zum Plauschen. Gut, manche erzählen einem gleich ihre ganze Lebensgeschichte. Aber warum nicht? Eckkneipen haben halt was Heimeliges, stellte KURIER-Reporterin Anne-Kattrin Palmer fest und fand es ziemlich gut.

Ein heimeliges Plätzchen zum Plauschen. Gut, manche erzählen einem gleich ihre ganze Lebensgeschichte. Aber warum nicht? Eckkneipen haben halt was Heimeliges, stellte KURIER-Reporterin Anne-Kattrin Palmer fest und fand es ziemlich gut.

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Leider sind die Männer in der Eckkneipe oft zu prollig. Gina: „Leider sind viele Eckkneipen heruntergekommen. Die Tapeten sind vergilbt, es riecht nach kaltem Rauch, es ist dunkel, stickig und zum Teil dreckig. Da will man als Frau nicht drin sitzen. Zudem sind in Eckkneipen ziemlich oft prollige Männer.“

Leider sind die Männer in der Eckkneipe oft zu prollig. Gina: „Leider sind viele Eckkneipen heruntergekommen. Die Tapeten sind vergilbt, es riecht nach kaltem Rauch, es ist dunkel, stickig und zum Teil dreckig. Da will man als Frau nicht drin sitzen. Zudem sind in Eckkneipen ziemlich oft prollige Männer.“

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Es ist viel leichter, Kontakte zu knüpfen. Laura (23): „In Eckkneipen ist es besonders leicht, Kontakte zu knüpfen – ob beim Billard, Kickern oder Darts. Es ist alles ganz locker und unkompliziert. Ich würde die Frauen in Eckkneipen vermissen, wenn sie nicht da wären.“

Es ist viel leichter, Kontakte zu knüpfen. Laura (23): „In Eckkneipen ist es besonders leicht, Kontakte zu knüpfen – ob beim Billard, Kickern oder Darts. Es ist alles ganz locker und unkompliziert. Ich würde die Frauen in Eckkneipen vermissen, wenn sie nicht da wären.“

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Zugegeben. Es ist eine Welt für sich. Eine kleine, verrauchte, oft auch angestaubte, manchmal schmuddelige. Aber irgendwie eine heimelige.
Aus der Jukebox wummert „Verdammt ich lieb’ dich“, am Tresen krallt sich ein 55-Jähriger fest, weil er mal wieder einen zu viel gehoben hat.
Er wirft der vollbusigen Wirtin einen weinerlichen Blick zu, die tröstet ihn mit sanften Blicken. Sie kennt ihre Pappenheimer. Der Harry hat halt Kummer. Den hat er öfter, seit ihn seine Marianne verlassen und Dackelhündin Daisy auch gleich mitgenommen hat. Jetzt sitzt er abends allein daheim auf dem Sofa oder in der Kneipe „Zum Hecht“. Und wenn er mal wieder zu viel trinkt, pöbelt oder auf die Musik-Box eintritt, weil ein Song gespielt wird, der ihn an Marianne erinnert, bekommt er von der Wirtin streng die Leviten gelesen. So ist das Seelenleben in einer Kneipe.

„Zum Hecht“ liegt in Charlottenburg. Hier stehen Jung und Alt, Trinker und Yuppies, Jogginghosen-Fans und Anzugträger gemeinsam an den Tischen oder am Tresen. Hier kann Tag und Nacht gezecht, gelabert, ferngeguckt und zu „Verdammt ich lieb’ dich“ oder „Für dich soll es rote Rosen regnen“ getanzt werden – mit bisweilen rührenden, tragischen, aber auch lustigen Szenen.

Es ist eine kleine Insel mitten in der Großstadt. Fast schon dörflich. Ein Ort der Gestrandeten und Suchenden. Der Angekommenen und Fröhlichen. Für viele ein Wohnzimmer. Ein Marktplatz. Und wer glaubt, dass Frauen in dieser Oase voller Glück und Tränen unterrepräsentiert sind, der irrt.

Gerade Männer weinen sich gerne aus

Die Ina (55) beispielsweise ist ganz häufig hier. „Ich setze mich an den Tresen und finde immer jemanden zum Reden. Gut, manchmal muss man sich eine ganze Lebensgeschichte anhören – gerade von Männern, die sich gerne in der Kneipe ausweinen, aber was soll’s. Ich mag das. Sind doch alles nur Menschen.“ Und – ist sie auf der Suche, hofft sie, hier einen kennenzulernen? „Das ist Nebensache. Wenn ja, ist es super. Aber muss auch nicht sein.“

Frauen in Eckkneipen. Ja, es gibt sie. Es bedurfte keiner langen Suche, als wir das testeten. Denn, liebe Herren, es ist nicht nur eure Domäne – auch wenn das weitläufig behauptet wird. Nur eins ist anders. Meistens jedenfalls. Der Biergeschmack. Während die Kerle auf die herbe, bittere Variante stehen, ist es bei Frauen eher das süßere, feinere Bier, das sie mögen. Am liebsten gemixt – mit Limo oder Waldmeister, sagt Marcus-Bräu-Chef Marcus Barkowsky: „Frauen bevorzugen oft die leichtere Variante, das Bier sollte nicht zu bitter sein.“

Und sitzen bei ihm viele am Tresen? „Ja, meistens kommen sie allerdings zu zweit. Bei uns sind aber auch viele Touristen.“ Gut, seine Kneipe liegt auch in Mitte. Und dort seien Wirtsstuben wie diese gerade am sterben. Anders im Kiez. Dort gibt es sie noch.

Also ab nach Friedrichshain. Hier wie in vielen anderen Stadtteilen – gibt es sie eben noch, die alte, gute, bewährte Eckkneipe. Mit Frauen. Was sonst?

Wie im „Blue Label“ gegenüber dem Volkspark. Es ist die Stammkneipe von Sigrid Löschau (61). „Es hat sich einfach so ergeben“, erzählt sie lächelnd. Vor Jahren sei sie mal mit einer Bekannten hier gewesen und dann sei sie eben öfter gekommen.

„Ich mochte dieses Unkomplizierte“, sagt sie. Manchmal ist sie dreimal die Woche in ihrer Kneipe, dann wieder sieben Tage lang nicht. „Es ist ungezwungen. Du kommst, wann du willst. Bleibst so lange du willst.“ Es gehe auch nicht darum, sich die Kante zu geben. „Ich mag die Gespräche, das Miteinander, dass man sich kennt und wohlfühlt. Mir gefällt aber vor allem, dass es hier keinen Dünkel gibt. Der Manager steht neben dem Hilfsarbeiter, beim Fußball fiebern sie alle gemeinsam.“
Viele seien auch alleinstehend und hätten so ihren kleinen Marktplatz. Eine Vertrautheit. Oft auch Familien-Ersatz. „Und das gilt für Männer und für Frauen gleichermaßen“, sagt sie.

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