"Ich freue mich für meine Mitspielerin"
„Meine Mama ist ehrgeiziger als ich“, verrät „Pauli“, wie sie von allen genannt wird. Wenn eine Mitspielerin der U15 vom DFB für einen Lehrgang der U16 nominiert wird, fragt Mama Wimmer, was das Mädchen kann, was ihre Tochter nicht kann. „Ich freue mich dann einfach für meine Mitspielerin“, erklärt Pauline selbst den Unterschied. Vermutlich ist es diese Gelassenheit, die sie zu dem Talent macht, das sie ist.
In Berlin hat sie zwei Spielberechtigungen, eine für die Jungenmannschaft vom FC Viktoria und eine für die Zweite Bundesliga bei den Ladys des 1. FC Union. Zum Vergleich: Der jüngste Junge, der je in der Zweiten Liga auflief, war 1985 Günther Reeg im Alter von 16 Jahren, 10 Monaten und 28 Tagen gefolgt von Lewis Holtby 2007 (17 Jahre, 2 Monate, 19 Tage). In den ersten beiden deutschen Ligen ist Pauli die einzige 15-Jährige.
Pauline will auf keine Sportschule
Am Wochenende sprechen sich die Trainer beider Teams ab, wo sie spielen soll. Unter der Woche trainiert das Mädchen jeden Tag, manchmal sogar zweimal – mal bei Viktoria, mal bei Union, mal allein beim Lauftraining im Wald oder in der Muckibude. Auf einer Sportschule ist die 15-Jährige nicht. „Das wäre mir zu viel. Wenn ich auch noch vormittags trainieren würde, würde ich die Lust am Kicken verlieren“, meint Pauline. Fußball ist ihr wichtig, aber es ist längst nicht alles im Leben. Mit ihren Eltern und ihrem älteren Bruder, über den sie als Sechsjährige zum Fußballspielen gekommen ist, geht sie gern ins Kino. Einen DFB-Lehrgang hat sie schon einmal für eine Klassenfahrt sausen lassen.
Das Abitur hat Vorrang
„Bei uns in der Nationalmannschaft ist das bei vielen so, dass sie nicht getrieben sind vom Ehrgeiz“, sagt Pauli. „Natürlich würde ich gern irgendwann in der Bundesliga spielen und nach Möglichkeit auch in der A-Nationalmannschaft. Aber wenn ich in fünf Jahren nicht zu den Allerbesten gehöre, dann geht für mich keine Welt unter.“
Ihr Abitur ist Pauline total wichtig. Einen Plan, was passiert, wenn die Union-Frauen in die Regionalliga absteigen sollten – den derzeit stehen sie auf einem Abstiegsplatz –, hat sie nicht. Turbine Potsdam hat schon mal angeklopft, andere Vereine hat sie gleich abgewimmelt. Das Gymnasium will sie auf jeden Fall in Berlin zu Ende machen. Denn das hat für Pauli erst mal Vorrang vor der ganz großen Karriere.
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