Die Technik entwickelt sich immer weiter – was vor Jahren noch undenkbar war, ist heute Wirklichkeit. Doch bei aller Angst vor einer Zukunft mit KI gibt’s jetzt mal gute Nachrichten: Roboter können putzen! Eine Frau aus San Francisco buchte jetzt bei einem Technik-Start-up einen einstündigen Reinigungseinsatz – durchgeführt von einem menschenähnlichen Roboter, der in ihrer Wohnung staubsaugte, ihr Bett machte und das Badezimmer putzte. Ihr Video von diesem ungewöhnlichen Putzeinsatz verbreitete sich rasant im Netz, erreichte Millionen Aufrufe. Müssen wir bald alle gar nichts mehr im Haushalt machen?
Roboter putzt das Haus – doch die Sache hat einen Haken
Der entscheidende Haken an der Geschichte: Der Roboter arbeitete nicht eigenständig. Ein geschulter menschlicher Bediener steuerte die Maschine per Fernsteuerung über deren Kameras, unterstützt von Künstlicher Intelligenz. Laut den eigenen Geschäftsbedingungen von Tau Robotics wird der Roboter in Echtzeit von einem Mitarbeiter aus der Unternehmenszentrale gelenkt, wobei die KI je nach Aufgabe unterschiedlich stark unterstützt.
Langfristiges Ziel des Unternehmens ist es, diese Abhängigkeit vom Menschen zu verringern und die Roboter irgendwann eigenständiger arbeiten zu lassen. Die Kundin, eine Frau namens Gianna Capezio, berichtete, der Roboter sei zwar langsamer als eine menschliche Reinigungskraft gewesen, habe aber solide Arbeit geleistet – sie habe hinterher nichts nacharbeiten müssen. Das ist zumindest eine gute Nachricht …
Sogar Treppen steigen kann der humanoide Roboter. Verschiedene Aufgaben kann er aber nicht erfüllen - er hebt etwa keine schweren Gegenstände oder Geräte.
© X, Retusche: BK/KI
Tau Robotics bietet seinen humanoiden Reinigungsservice bislang nur in San Francisco an. Ein einstündiger Besuch kostet pauschal 30 Dollar. Beworben werden Aufgaben wie Staubsaugen, Oberflächen wischen, Müll rausbringen und das Beiseiteräumen von leichtem Unrat. Dazu gibt es Optionen für Küche, Bad und intensivere Reinigung. Wichtig: Kundinnen und Kunden dürfen den Roboter nicht allein in einer leeren Wohnung lassen. Laut den Nutzungsbedingungen muss während des gesamten Einsatzes eine autorisierte erwachsene Person zu Hause sein.
Was der humanoide Roboter kann – und was nicht
Die Aufgabenliste der Roboter ist bewusst begrenzt. Der Roboter besteigt keine Leitern, arbeitet nicht im Freien, entfernt keine Biogefahrstoffe oder kümmert sich um Schädlingsbefall, bewegt keine schweren Möbel oder Geräte und fasst weder Waffen noch Medikamente, Drogenutensilien oder Bargeld an. Schlaf- und Badezimmer sind bei einer Standardbuchung zudem ausgeschlossen, sofern Kundinnen und Kunden sie nicht ausdrücklich freigeben.
Einzig und allein mit dem Datenschutz gibt es noch ein Problem. Der Roboter hat Kameras am Kopf und an den Handgelenken und filmt die ganze Zeit – schließlich muss der Bediener am anderen Ende ja sehen, was der technische Helfer tut. Aufgezeichnetes Videomaterial wird dem Unternehmen zufolge zudem zum Training der eigenen KI-Modelle genutzt. Kundinnen und Kunden können bestimmte Bereiche der Wohnung als Sperrzone markieren, außerdem können anwesende Personen den Einsatz jederzeit stoppen.
Der humanoide Roboter saugt mit dem Staubsauger die Wohnung. Das gehört zu den Aufgaben, die die Technik auf jeden Fall schon leisten kann.
© X, Retusche: BK/KI
Sind Roboter die Zukunft der Hausarbeit?
Müssen wir also bald gar nichts mehr im Haushalt machen? Experten bezweifeln, dass es so schnell geht – bis die Roboter dauerhaft Geschirr spülen, Müll rausbringen und staubsaugen, wird es sicher noch eine Weile dauern. Zu schwierig sei im Moment noch die Handhabung alltäglicher Gegenstände und unebener Oberflächen, sagte Professor Ken Goldberg von der Universität Berkeley. Von großer Bedeutung ist das Experiment trotzdem, denn in San Francisco sind nun erstmals Roboter in echten Wohnungen unterwegs – und nicht in Testlaboren.
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