Weil sie eine andere Frau in Berlin-Neukölln vor eine einfahrende S-Bahn gestoßen hat, soll eine 31-Jährige für vier Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht sprach die Angeklagte am Montag unter anderem des versuchten Totschlags schuldig und ordnete zudem die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Sie habe die 55 Jahre alte Geschädigte im Juli 2017 auf dem S-Bahnhof Hermannstraße „kräftig nach vorn gestoßen“, begründeten die Richter. Nur dank einer sofortigen Vollbremsung des Triebwagenführers sei die Bahn wenige Meter vor der Frau zum Stehen gekommen.
Die Motivation der damals stark alkoholisierten Angeklagten sei offen geblieben, hieß es weiter im Urteil. Die 31-Jährige wurde zudem der Körperverletzung, des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und der Beleidigung schuldig gesprochen. Der Staatsanwalt hatte eine Strafe von sechs Jahren und neun Monaten wegen versuchten Mordes gefordert. Von der Verteidigerin war kein konkreter Antrag gestellt worden. Die damals obdachlose Beschuldigte hatte zu Prozessbeginn im Januar um Verzeihung gebeten. (dpa)
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