Frau Dussmann, sind Sie jetzt eine bessere Chefin? Mitarbeiter fanden's toll. Sie sagt: "Ich weiß jetzt, wie die Angestellten fühlen."

Die Millionärin, die putzt

Norbert Koch-Klaucke
Lesezeit 2 Min

Berlin - Die Millionärin, die als Putzfrau schuftete: Nach dem KURIER-Bericht ist Catherine von Fürstenberg-Dussmann (49) Stadtgespräch. Doch ist die Frau, die den Berliner Dienstleistungsgiganten Dussmann (53 000 Mitarbeiter weltweit) leitet, mit diesem Auftritt nun eine bessere Chefin geworden?Vier Stunden mit einer Reinigungsmaschine Gebäude sauber machen und Klos putzen: Die 500 Millionen Euro schwere Frau und gebürtige Amerikanerin war sich nicht zu fein dafür. Auch nicht, als Küchenhilfe den hektischen Alltag in einer Kantine ihres Unternehmens zu erleben oder in einer Werkstatt die Autos zu polieren.Wie sehr beeinflusst diese Schufterei nun ihren Chef-Job? "Mit dieser Erfahrung fällt es mir heute leichter, mich in die Mitarbeiter hineinzufühlen", sagt die Dussmann-Chefin dem KURIER. "Und diese Leute sind in unserem Unternehmen das Wichtigste, was wir haben. Jeder Tag wird eine enorme Leistung von ihnen erbracht. Das ist mir noch einmal stärker als zuvor klar geworden."Mit Perücke verkleidet, zog sie im Putz- und Küchen-Kittel los. "Ich wollte von den Mitarbeitern erfahren, von denen die meisten Frauen sind, wie schwer ihr Job ist und ob sie gerne bei uns arbeiten", sagt sie. "Wäre ich als Frau Dussmann aufgetreten, hätte ich keine realistischen Antworten bekommen."Die Mitarbeiter, auf die Frau Dussmann traf finden ihren ungewöhnlichen Einsatz toll. Auch der Betriebsrat. "Es ist doch gut, wenn der Chef so seine Mitarbeiter richtig kennen lernt", sagt Konzern-Betriebsrats-Chefin Anja Freuer. Sie findet, dass sich damit das Firmen-Klima noch mehr verbessert hat. "Wir haben eine gute Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber, können über alles im Interesse der Belegschaft reden."------------------------------BU: Frau Dussmann verkleidet beim Autopolieren. Zu sehen ist ihr Inkognito-Einsatz am 19.1. im SWR. "Über Nacht zur Konzernchefin" (20.15 Uhr).

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