Flying Steps

Berlin fliegt auf diese Show

Die Breakdancer tanzen vier Wochen lang im Theater am Potsdamer Platz.

Karim Mahmoud
Lesezeit 2 Min
Mit klassischem Breakdance, mit Moves und Freezes, fing alles an. Heute können die Flying Steps auch Ballett.

Mit klassischem Breakdance, mit Moves und Freezes, fing alles an. Heute können die Flying Steps auch Ballett.

© dpa

Es ist eine dieser Geschichten, die man einem Drehbuchautor selten durchgehen lässt: Kleiner Junge flüchtet mit seiner Familie aus dem Libanon, wo der Bürgerkrieg tobt. In Deutschland fängt er an, wie besessen zu tanzen, schart eine Gruppe von Gleichgesinnten um sich, gründet eine Breakdance-Clique und landet einen Megaerfolg. Mehr noch: Er wird Chef eines Show-Unternehmens, das um die Welt tourt und große Hallen füllt.

Für die Steps geht es rasant bergauf

So unwahrscheinlich das alles klingt, diese Geschichte ist wahr. Im Kern beginnt sie natürlich erst im Frühjahr 1993. Da gründete der heute 42-jährige Vartan Bassil, der „Junge“ aus dem Libanon“, mit einem Kumpel die Flying Steps. Hauptelemente des Breakdance auch dieser Truppe sind die sogenannten Moves (Rotieren auf einer Körperstelle). Dazu kommen Footworks (Tanzen auf dem Boden) und Freezes (das Einfrieren einer besonderen Pose). 

Begleitet wird die Darbietung meist von HipHop-Musik. Für die Flying Steps geht es rasant bergauf, es folgen Auftritte (Battles), die sich in der Szene rumsprechen. Die Truppe gewinnt Preise, 2007 wird die Flying Steps Academy, die 2000 m2 große Tanzschule in Kreuzberg, gegründet. Sie hat heute 30 Lehrer und 1000 Schüler. 

Atemberaubend artistisch: die Show der „Steps“.

Atemberaubend artistisch: die Show der „Steps“.

© dpa

Der nächste Höhepunkt in Bassils Karriere: Seine Schwiegermutter öffnet ihm 2010 die Tür zu Oper und Ballett. Daraus folgt „Flying Bach“, Breakdance, getanzt zu Musik von Johann Sebastian Bach. Regisseur ist Christoph Hagel. 

2014 kommt „Red Bull Flying Illusion“ ins Tempodrom, damit touren die Steps bis heute.  Jetzt der Marathon im Theater am Potsdamer Platz: Vier Wochen gibt es die „Flying Illusion“-Show, vor hoffentlich täglich 1600 Zuschauern. Für Donnerstag luden Bassil und seine Partner zur Premiere. Karten für die nächsten Auftritte bekommt man ab 21 Euro unter www.semmel.de   

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