Montagabend werden rund 2.000 Friedrichshagener lautstark gegen die volle Dröhnung über ihrem Gebiet protestieren. Mit täglich 122 Überflügen wäre ihr Müggelsee-Paradies die mit Fluglärm am stärksten belastete Region in Berlin. Doch Köpenicks SPD-Chef Oliver Igel zieht jetzt einen neuen Alternativ-Vorschlag aus der Schublade. Danach würden die Flüge von der Nordbahn vor Müggelheim nach Südosten einbiegen und zwischen Gosen und Erkner über die Gosener Wiesen erfolgen. Igel: „Friedrichshagen und Rahnsdorf wären entlastet, Erkner nicht zusätzlich belastet. Die Müggelsee-Route hätten wir vom Tisch.“
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte dazu dem KURIER: „Wenn dieser Vorschlag weniger Menschen belastet, muss er ernsthaft von den zuständigen Bundesbehörden geprüft werden. Dafür werden wir uns einsetzen.“
Bis nächsten Montag wollten sie mit ihrem Protest nicht warten: Eigentlich wird in Friedrichshagen montags gegen den Fluglärm demonstriert. Nach der Entscheidung versammelten sich aber schon Donnerstag mehr als 500 Menschen mit Kerzen und Laternen auf dem Marktplatz.
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„Sonnenallee“-Regisseur Leander Haußmann (52): „Es macht mich fuchsig, wie der Osten und der Westen gegeneinander ausgespielt werden. Trotz Müggelsee-Route: Ich bin alter Friedrichshagener, ich ziehe von dort nicht weg.“
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Bianca Arnold (71), Rentnerin aus Friedrichshagen: „Es ist eine Schweinerei, dass Herr Wowereit die Verlärmung der Wohngebiete im Südosten zulässt. Dank des Beschlusses wohnen mein Mann und ich nun direkt unter der Flugroute.“
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Die wichtigsten Fluglinien des Flughafens Berlin-Brandenburg
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700 Jobs sind am künftigen Hauptstadtflughafen in Schönefeld zu vergeben.
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Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke) hat in einem Brief an Wowereit ebenfalls von der Müggelsee-Route abgeraten. Und das nicht nur aus Lärmschutzgründen. Die Flugzeuge würden über einem wichtigen Trinkwasser-Gebiet hinwegdonnern. Der Müggelsee als Erholungsgebiet und Badesee müsse frei von Schadstoffen bleiben, so die Senatorin.
Die CDU in Treptow-Köpenick schlägt auch eine neue Route vor – südwestlich vorbei an Gosen und Neu Zittau.
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