Alles begann mit einem Flugrouten-Gutachten: Es wurde 2010 mit Zustimmung der BVV von Schneider in Auftrag gegeben, im November 2010 von Dr. Berthold Fuld aus Bad Homburg erstellt. Nur die FDP war dagegen. „Der Bezirk hat kein Geld, um sich ein Gutachten für etwa 8000 Euro zu leisten“, sagt FDP-Fraktionschef Stefan Förster.
Mit dem Gutachten wollte Baustadtrat Schneider eigentlich mit zwei neuen Südrouten Müggelheim und Rahnsdorf vor zu viel Fluglärm schützen. Doch das Papier barg Sprengstoff. Denn Dr. Fuld forderte gleich auf Seite 3 in der „Aufgabenstellung“: „Zu prüfen ist allerdings, ob man durch eine Führung der Abflüge von der Startbahn 07R über den Müggelsee die Lärmbetroffenheit reduzieren kann.“
Für FDP-Mann Förster steht so fest: „Damit wurde die Müggelsee-Route erst salonfähig gemacht. So dumm kann doch keiner sein, so etwas in der Fluglärmkommission vorzulegen.“
Doch Schneider tat es am 13. Dezember 2010. Laut Protokoll der Fluglärmkommission, in der nicht nur der Baustadtrat, sondern auch Vertreter der DFS Mitglied sind.
Wusste der Politiker etwa nicht, wie explosiv das Gutachten war? „Schneider kannte den Inhalt“, sagte Gutachter Dr. Fuld dem KURIER. Und die Überflug-Variante Müggelsee mit Friedrichshagen ist deutlich auf einer Karte im Gutachten zu sehen.
Der Schaden fiel auf, als im Frühjahr die DFS der Fluglärmkommission die Müggelsee-Route vorstellte. Schneider stellte sofort im März den Antrag, diesen Plan zu verändern, soll wie ein Löwe dagegen gekämpft haben. Er und die Fluglärmkommission behaupten jetzt sogar, für die Müggelsee-Route hätte es „nie eine Zustimmung gegeben“.
Die DFS sieht das anders. „Wir folgten der Empfehlung der Fluglärmkommission“, sagt Sprecher Axel Raab. Dagegen Schneider zum KURIER: „Das stimmt nicht. Ich fühle mich von der DFS belogen und betrogen.“ Doch die Köpenicker wollten dem Baustadtrat nicht glauben, als sie am Montag in Friedrichshagen für einen fluglärmfreien Müggelsee protestierten.
NKK
Bis nächsten Montag wollten sie mit ihrem Protest nicht warten: Eigentlich wird in Friedrichshagen montags gegen den Fluglärm demonstriert. Nach der Entscheidung versammelten sich aber schon Donnerstag mehr als 500 Menschen mit Kerzen und Laternen auf dem Marktplatz.
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„Sonnenallee“-Regisseur Leander Haußmann (52): „Es macht mich fuchsig, wie der Osten und der Westen gegeneinander ausgespielt werden. Trotz Müggelsee-Route: Ich bin alter Friedrichshagener, ich ziehe von dort nicht weg.“
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Bianca Arnold (71), Rentnerin aus Friedrichshagen: „Es ist eine Schweinerei, dass Herr Wowereit die Verlärmung der Wohngebiete im Südosten zulässt. Dank des Beschlusses wohnen mein Mann und ich nun direkt unter der Flugroute.“
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Die wichtigsten Fluglinien des Flughafens Berlin-Brandenburg
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700 Jobs sind am künftigen Hauptstadtflughafen in Schönefeld zu vergeben.
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