Schönefeld - Bei welcher Flugrouten-Variante donnern startende Jets über wie viele Menschen hinweg? Die Frage nach der Lärmbelastung am neuen Airport BBI beschäftigte gestern die Fluglärmkommission in Schönefeld.Die Deutsche Flugsicherung hatte technisch mögliche Flugrouten aufgedröselt in insgesamt neun Startvarianten in Richtung Westen (sechs für die Nord- und drei für die Südbahn) und sechs Varianten Richtung Osten (für jede Startbahn drei). Das Fazit nach vier Stunden Diskussion für Markus Mücke (SPD), Bürgermeister von Schulzendorf: "Es gibt keine intelligente Route. Es geht darum, für möglichst viele Menschen den Lärm zu reduzieren."Ein Flugrouten-Favorit zeichnet sich Richtung Osten ab, die sogenannte kurze Südabflugkurve. Dabei drehen die Jets nach dem Start von der Südbahn so scharf ab, dass sie die Orte Schulzendorf, Eichwalde und Zeuten nicht überfliegen müssen. 18 000 Menschen wären zwar noch von Fluglärm betroffen, bei Geradeaus-Flügen wären es aber fast doppelt so viele.In Richtung Westen liegt die Zahl der Fluglärm-Betroffenen je nach Variante "zwischen rund 26 000 und 50 000", sagte Carl Ahlgrimm, Bürgermeister von Großbeeren. Um Berliner Südwestbezirke und angrenzende Brandenburger Gemeinden zu schonen, könnte von der Nordbahn geradeaus geflogen werden. Unter der Bedingung, dass Flieger von der Südbahn um 15 Grad abknicken - und dadurch Rangsdorf voll vom Lärm getroffen wird. Das aber will Rangsdorf nicht hinnehmen.Ein Beschluss wurde nicht gefasst. Aus Zeitmangel, wie Kommissionschefin Kathrin Schneider sagte. Mehrheitlich habe man sich aber für ein absolutes Nachtflugverbot ausgesprochen. Auch sprachen sich die meisten der 34 Mitglieder gegen die Rolle des BBI als internationales Drehkreuz aus.Unterdessen legte die Flughafengesellschaft Vorschläge zu einer Gebührenordnung vor. Für Nachtzeiten (nach Genehmigung) wären es für laute Jets "deutschlandweit die höchsten", sagte ein Sprecher.------------------------------Zwischenzeile: HOHE GEBÜHREN FÜR NACHTFLÜGE GEFORDERT
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