Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup freut sich, dass auf dem alten Flughafen Schönefeld nochmal investiert wird.
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Spartanisches Willkommen
Vom alten Flughafen Schönefeld aus fliegen mehr ab als in Köln/Bonn oder in Stuttgart. Obwohl mit dem BER nebenan ein neuer Airport entsteht, wird Schönefeld-Alt weiterhin gebraucht – voraussichtlich bis zum Winter 2025/26, erwartet Lütke Daldrup. Darum wird nun weiter in Schönefeld investiert. Manches wird besser für die Fluggäste, nicht alles.
„Das ist doch ein echter Qualitätsgewinn“, freut sich Lütke Daldrup. Er steht in dem neuen großen, rund sieben Meter hohen Warteraum, der auf dem Vorfeld entstanden ist. Das 55 Meter lange und 52 Meter breite Gebäude, das vor allem aus Stahl besteht, wirkt großzügig. Es hat fünf Gates und Platz für 1000 Fluggäste.
Manche Architektur-Fans werden sich mit Grausen abwenden. Der von einem niederländischen Unternehmen projektierte Fertigteilbau erinnert an provisorische Supermarkthallen der Nachwendezeit. Aber Lütke Daldrup hat Recht: Viele Fluggäste haben es jetzt deutlich besser. Bisher musste die Kundschaft von Easyjet und anderen Billig-Airlines im Schönefelder Pier 3a ihres Aufrufs harren. Seit 2005 war der Terminalanbau mit seinem nackten Beton und dem blaugrauen Fußboden für viele Touristen das erste und letzte Bauwerk, das sie von Berlin sahen. Es war ein spartanisches Willkommen.
"70 bis 80% können weiter genutzt werden"
Der Bau sollte damals nur 3,5 Millionen kosten, er wurde nach nur 20 Wochen fertiggestellt. Doch bald reichten die Warteräume nicht mehr aus. „Als das Pier 3a geplant wurde, flog Easyjet mit 30 Prozent kleineren Maschinen“, sagt Lütke Daldrup. Auch zeigte sich, dass die Warteschlangen vor den dezentralen Kontrollen anderen Reisenden Wege versperrten.
Jetzt wird der östlichste Teil der Schönefelder Terminals für 6,5 Millionen Euro umgebaut. In dem mit grauem Aluminium verkleideten Bau werden Wände herausgerissen, im Obergeschoss entsteht eine zentrale Passkontrolle. Anders als bislang wird es dann auch Gastronomie und Kinderspielbereiche geben.
Im Sommer 2019 soll alles fertig sein, kündigt Lütke Daldrup an. Er freut sich: „Die Boxen verschwinden.“ Der neue Warteraum vor dem Pier 3a soll länger stehen – 24 Monate lang. Dann wird er nicht abgerissen, sondern demontiert. „Es ist größtenteils recycelbar“, sagt Lütke Daldrup. „70 bis 80 Prozent können weiter genutzt werden.“ Das senkt die Baukosten um fast 1,5 Millionen Euro. Am Ende standen 3,6 Millionen Euro auf der Rechnung.
Doch auch auf dem Weg zu dem neuen Warteraum, der nur über eine Brücke erreichbar ist, gibt es weder Aufzüge oder Fahrtreppen. Schönefeld ist immer noch kein barrierefreier Flughafen. Seine Kapazität wird noch rund sieben Jahre gebraucht. Das Terminal T3, das auf dem BER-Gelände entstehen soll, wird ihn einst ablösen. Erst nach der Fertigstellung dieses Neubaus, dessen Jahreskapazität von zwölf Millionen auf 18 Millionen steigen soll, wird SXF-Alt vom Netz gehen. Was aus den Gebäuden entsteht, ist ungewiss. Davor baut der Bund sein Regierungsterminal.
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