Flughafen-Dieb vor Gericht

Dieser Langfinger „half“ Touristen mit ihrem Handgepäck

Jeton A. (37) klaute in Schönefeld und Tegel teure Taschen von Berlin-Besuchern.

Kerstin Rebien
Lesezeit 2 Min
Vor Gericht versteckte der Langfinger sein Gesicht.

Vor Gericht versteckte der Langfinger sein Gesicht.

© Berliner Kurier

Harte Landung für den dreisten Gepäck-Dieb: In Venedig endete die Flucht. Nach sieben Monaten U-Haft nun der Prozess in Berlin.

Erster Klau am 1. April. A. trieb sich mit zwei Komplizen auf dem Flughafen Tegel herum. Wie Geier umkreisten sie ihre Opfer. Lauerten auf eine Unachtsamkeit. Bis A. einer Frau die Handtasche vom Gepäckwagen zog. Sie aber nahm die Verfolgung auf. Er warf die Tasche weg. Der nächste Zugriff in Schönefeld. Am Terminal A sah der Dieb einen Shuttle-Kleinbus, der gerade beladen wurde. Russische Reisende. Als alle abgelenkt waren, schnappte sich A. eine Bauch- und eine Reisetasche. Treffer: 3.000 Euro, Kamera, Schmuck.

Großes Los beim dritten Mal. A. pirschte sich in Tegel an ein Pärchen aus Kuwait. Beide mit einem Rollkoffer. Am Arm der Frau eine Hermès-Tasche für stolze 3.000 Euro. A. lenkte das Paar ab: „Sie haben etwas in der Lounge vergessen!“ Die Frau stellte ihre Luxus-Tasche kurz ab. Zack! Weg war sie.

„Meine finanzielle Lage war so schlecht.“

Glänzend der Inhalt: Cartier-Armband mit Diamanten besetzt (185.000 Euro), ein weiteres goldenes Armband im Wert von 217.000 Euro, ein Collier (69.000 Euro), eine Chanel-Uhr (5.500 Euro). 

Jeton A., überführt durch Videoaufnahmen, gestand nun jammernd: „Meine finanzielle Lage war so schlecht.“ In Schweden habe er Abi gemacht, dann bei einem Autohersteller gearbeitet. A.: „Aber der Ischias. Bin im Krankenurlaub.“ Der Richter: „Reisten Sie an, um Diebstähle zu begehen?“ Der Schwede mit albanischen Wurzeln: „Ich wusste nur, dass es so kommen kann.“ Er sei in Berlin mit „Halbonkel H.“ unterwegs gewesen. Der Verteidiger: „Mit H. hat er häufiger so was gemacht.“

Der dritte Komplize? A.: „Den haben wir zufällig in einem Café getroffen.“ Und die Beute? A.: „Um die Verwertung kümmerten sich die anderen. Ich bekam nur 1.700 Euro.“ Der Ankläger forderte zwei Jahre und drei Monate Knast. Es seien Taten einer europaweit agierenden Bande. Das Geständnis aber zahlte sich für A. aus: Er kam mit zwei Jahren auf Bewährung davon. KE.

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