Flughafen BER

Die nächste Bruchlandung ist schon im Anflug

Eröffnungstermin erneut in Gefahr, weil Brandschutzfirma pleite ist.

Gerhard Lehrke
Lesezeit 2 Min
Sieht fertig aus, ist aber wohl eher ziemlich fertig: Das BER-Terminal.

Sieht fertig aus, ist aber wohl eher ziemlich fertig: Das BER-Terminal.

© dpa/Patrick Pleul Lizenz

Der Regierende und Aufsichtsrats-Chef Michael Müller (SPD) ist in Sorge: „Jetzt müssen die Auswirkungen der Insolvenz so gering wie möglich gehalten werden.“

Imtech Deutschland, Tochter einer niederländischen Firma, ist am BER für Elektroanlagen verantwortlich und Teil einer Arbeitsgemeinschaft: Die ist mit Heizung, Sanitäranlagen, Lüftung und Entrauchung befasst.

Die FBB teilte mit, sie werde prüfen, welche Folgen der „vorläufige“ Insolvenzantrag für den Baufortschritt habe (der BER soll eigentlich im Herbst 2017 eröffnen). Dafür wird eine „Task Force“ aus Bau-Experten und Juristen eingesetzt. Flughafen-Chef Karsten Mühlenfeld: „Klar ist, dass die Insolvenz Auswirkungen auf unsere Planung hat, nach der der Abschluss der baulichen Arbeiten im März 2016 vorgesehen ist.“

Allerdings soll die FBB in Kenntnis der Imtech-Schieflage bereits ihre Fühler an Sub-Unternehmer ausgestreckt haben, die am BER arbeiten und Aufgaben übernehmen können. Auf Imtech selber kann die Flughafengesellschaft kaum setzen. Worte des Konzern-Vorstandsmitgliedes und Deutschland-Chefs von Imtech, Felix Colsman, man werde „maximale Unterstützung“ leisten, sind mit Vorsicht zu genießen: Auch der Mutterkonzern in Gouda ist in Not, Colsman will aus der Konzernspitze ausscheiden.

Insider vermuten, dass die Niederländer ihre Deutschland-Tochter gar nicht retten wollen: Mit einer Insolvenz blieben die Verluste bei den Banken und nicht beim Konzern hängen.

Das Unternehmen war bereits vor Monaten in schlechtes Licht geraten: Es soll dem BER-Prokuristen Francis G. mindestens 150.000 Euro Schmiergeld gezahlt haben, damit der vermutlich nicht gerechtfertigte Nachzahlungen von 65 Millionen Euro genehmigt. G., 2013 gefeuert, wurde im Mai 2015 verhaftet, gegen den Ex-Deutschland-Chef von Imtech und einen Regionalleiter wird ermittelt.

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