Flüchtlingsjunge Mahdi (19)

Berlin gab ihm eine Heimat und eine Zukunft

Er entkam dem Krieg in Libyen. Jetzt macht er eine Gerüstbau-Lehre.

MARCUS BÖTTCHER und VOLKMAR OTTO (Fotos)
Lesezeit 2 Min
Lehrling Mahdi bei der Arbeit ...

Lehrling Mahdi bei der Arbeit ...

© Volkmar Otto Lizenz

Chef Andreas Schulz gab ihm die Chance.

Chef Andreas Schulz gab ihm die Chance.

© Volkmar Otto Lizenz

Der erfahrene Gerüst-bauer Thomas Kölling (li.) nimmt den Neuen unter seine Fittiche.

Der erfahrene Gerüst-bauer Thomas Kölling (li.) nimmt den Neuen unter seine Fittiche.

© Volkmar Otto Lizenz

Stolz zeigt Mahdi Barraka den Reportern seine neue Arbeitsschutzhose auf der Baustelle in Britz. „Die hat mir der Chef heute Morgen gegeben.“ Seit dem 1. September ist er Lehrling bei „Spree Gerüstbau“ (30 Mitarbeiter) aus Luckau. Deren Chef Andreas Schulz, Wirtschaftsrat beim Fußballclub 1. FC Union, sagt: „Ich wollte machen, helfen, nicht immer nur quatschen.“ Schulz gab dem 19-jährigen Mahdi eine Chance. „Bislang bin ich sehr zufrieden. Der Junge ist fleißig, motiviert, nimmt Ratschläge und Anweisungen ernst.
„Ich will etwas aus meinem Leben machen. Gern mit harter Arbeit.“ Elend und Not hat Mahdi genug erlebt. Bomben schlagen im Garten von Mahdis Elternhaus in Tripolis ein, der Jugendliche muss mit ansehen, wie Schwerverletzte geborgen werden, nachts rattern Maschinengewehre. Nichts wie weg, sagen seine Eltern. „Drei Hosen, ein Paar Ersatzschuhe. Mehr konnte ich nicht mitnehmen.“

Mit einem Boot und 100 weiteren Flüchtlingen schippert die Familie über das Mittelmeer, strandet auf Lampedusa. Von dort geht die Odyssee nach Palermo. Bis Mahdi Eisenhüttenstadt erreicht. Heute lebt er in einem Flüchtlingsheim in Walddrehna (Landkreis Dahme-Spree). 608 Euro monatlich verdient er nun, wird ausgebildet in einer Berufsschule in Weißensee. Denn inzwischen dürfen Asylbewerber nach dreimonatigem Aufenthalt in Deutschland arbeiten. Mahdi ist bereits seit zwei Jahren hier, spricht gutes Deutsch. Chef Schulz sagt: „Einen geeigneten deutschen Bewerber habe ich trotz intensiver Suche nicht gefunden.“

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