Der zuständige Sozialsenator Mario Czaja (CDU) weist alle Vorwürfe gegen das ihm unterstellte Amt dennoch zurück. Czajas neuester Vorschlag: Asylbewerber in leerstehenden Kasernen im Osten unterbringen. Das scheitert aber unter anderem am Nein von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Beide Politiker eint die Sorge ums Geld. Irgendwer muss schließlich für die Unterbringung der Flüchtlinge bezahlen. Die Länder forderten zuletzt den Bund dazu auf.
Der Streit dreht sich seit Wochen im Kreis. Ein Zustand, der Mittes Bezirksstadtrat Stephan von Dassel (Grüne) richtig sauer macht. So sauer, dass er jetzt vorprescht und als erster handelt, statt redet. Mitte will jetzt Hostel-Zimmer für Flüchtlinge als erster Bezirk selbst bezahlen. Weil das LAGeSo-Hostel-System offensichtlich nicht funktioniert. „Das LAGeSo gibt Gutscheine für Hostels aus. Viele akzeptieren die aber nicht mehr“, sagt von Dassel. Logisch, laut Flüchtlingsrat liegen schon jetzt 4000 nicht bezahlte Rechnungen beim Amt.
Personalmangel in Kombination mit einem nicht abreißenden Strom an neuen Flüchtlingen sind vermutlich Hauptgründe der Misere. Teils ist sie aber auch hausgemacht. So nimmt das LaGeSo laut von Dassel die Hilfe der Bezirke nicht an. Weder, was Angebote von Gebäuden betrifft, noch Organisation der Hostel-Betten. Jetzt reicht es ihm: „Ich habe jetzt allen Hostels im Bezirk Briefe geschickt.“ Inhalt: ein konkretes Angebot, dass der Bezirk Hostel-Zimmer mieten will. Anders als das LaGeSo will Mitte im Voraus bezahlen und das auch bei Nicht-Belegung! LS
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