Skipper Dirk Scholz muss eine bittere Entscheidung treffen. Er bricht die vierte Einsatzfahrt der Brandenburger Retter ab, der „Kutter Courage“ kehrt nach Lampedusa zurück. „Das Schiff muss zur Reparatur in die Werft“, erklärt der Skipper. „Wir sind alle deprimiert und traurig. Es ist frustrierend, kurz davor zu sein, Flüchtlingen zu helfen und dann zurückgehalten zu werden“, sagte der ärztliche Leiter der Crew, Gerhard Trabert.
Damit die nächste Crew wie geplant Anfang kommender Woche in See stechen kann, schraubt nun ein aus Hamburg angereister Techniker am Motor der „Sea Watch“, einem einmotorigen Kutter mit Baujahr 1917. „Ein Kugellager im Getriebe ist defekt“, erklärt ein Sea Watch-Helfer dem KURIER am Telefon – ein Verschleißteil, das während der Fahrt drohte, die Grätsche zu machen. „Besonders unter Volllast wird es auf offener See schwierig“, so der Helfer.
Bis der Kahn wieder fit ist, schiebt die Crew Frust an Land. „Verständlicherweise ist die Crew und auch unser Landteam auf Lampedusa unzufrieden mit der Situation. Sie möchten nicht im Hafen liegen, sondern rausfahren und Menschenleben retten“, erklären die Retter. Deswegen habe man in den vergangenen Tagen auch versucht, für die Zeit der Reparaturen ein Ersatzschiff zu finden.
Doch keines der verfügbaren Schiffe auf Lampedusa erwies sich als geeignet. „Auf Dauer muss ein anderes Boot her, ein schnelleres und stabileres“, weiß Flüchtlingsarzt Trabert.
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