Dunkeldeutschland – so nennt Bundespräsident Gauck die Hetzer gegen Ausländer und die Brandstifter, die Feuer in Asylantenunterkünften legen, die vor den Unterkünften krakeelen.
Dieses Dunkeldeutschland trägt aber nicht nur Springerstiefel und wirft alkoholisiert mit Knallkörpern und Bierflaschen. Dieses Dunkeldeutschland trägt auch Anzug und Krawatte – und das nicht nur bei der NPD. Auch die sich für bürgerlich-konservativ haltende Alternative für Deutschland (AfD) gehört dazu – zumindest ihr Fraktionsvorsitzender in Brandenburg, Alexander Gauland. Er hat nach dem Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim erklärt: „Die Verantwortung für solche Taten haben … in erster Linie die Politiker der Altparteien, die zur jetzigen Eskalation der Flüchtlingsproblematik beigetragen haben.“
Eine ungeheuerliche Rechtfertigung rechtsextremer Gewalttaten. Die Täter können sich künftig bei ihren Verbrechen auf den feinen Herrn im feinen Zwirn berufen. Gauland hat geistig endgültig die Springerstiefel angezogen.
Genau daran ist die AfD zerbrochen – und das ist auch gut so. Allerdings müssen wir sie in einigen Landesparlamenten noch einige Jahre ertragen.
Der Bundespräsident setzt diesem Dunkeldeutschland das „helle Deutschland“ entgegen, das Flüchtlingen hilft und sie freundlich aufnimmt. Zu diesem Deutschland gehört die übergroße Mehrheit der Bevölkerung. Es wäre schön, wenn sie sich auch öffentlich häufiger zeigen würde und nicht dem „rechten Pack“ die Straßen überlässt.
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