Die Grans eröffneten in der Abbestraße einen „Escape Room“, ein Abenteuer-Spiel, bei dem die Spieler eine Stunde in einem speziell präparierten Raum verbringen. Die Aufgabe ist es, entweder zu entkommen oder eine bestimmte Mission zu erfüllen. Um das zu schaffen, müssen Dinge gefunden und kombiniert, Rätsel gelöst und Schlösser geknackt werden. Ein Trend, der seit Jahren auch in Berlin immer mehr Spieler fasziniert.
Von der Steuerzentrale aus werden die Spieler beim Spielen überwacht und mit Hinweisen versorgt.
© Markus Waechter
Christian und Margret, verheiratet seit 22 Jahren, haben sich damit einen Traum erfüllt. „Wir hörten vor Jahren von dem Trend, probierten 2014 erstmals so ein Spiel aus“, sagt Christian Gran dem KURIER. „Und fanden es so gut, dass wir danach immer wieder spielten.“ Schnell kam die Idee, einen eigenen „Escape Room“ zu eröffnen.
Sie guckte sich handwerkliche Tricks ab, er programmierte die Technik
Damals leitete er eine IT-Firma mit 100 Mitarbeitern, die Daten-Server für Zuhause vertrieb – hier arbeitete auch Margret. Aber die neue Cloud-Technologie machte das Produkt überflüssig. „Außerdem hatte ich keine Lust mehr, so viele Menschen zu führen.“ Also stiegen beide aus, gingen an die Planung für das Abenteuer-Spiel. „Es war ein gewagter Schritt – wir wussten nicht, ob es wirklich klappt“, sagt er.
Sie entwickelten die Themen für die Spiel-Räume, suchten Räumlichkeiten, begannen mit dem Bau des ersten Zimmers. Margret guckte sich von den beauftragten Tischlern die handwerklichen Tricks ab, Christian programmierte die technischen Elemente – danach machten sie alles selbst. „Nur für die Kulissen holten wir einen Theatermaler, denn das Aussehen der Räume war uns wichtig.“ Alle Spiele stecken voller Details, die Deko wurde liebevoll und mit vielen Tricks auf alt getrimmt. Heute können die Spieler bei „Illuminati Escape“ einen Computer aus den Händen von Bösewichten befreien, einen Imbiss in der Wüste nach Aliens durchsuchen oder geheime Unterlagen aus einem Casino stehlen. Ein viertes Szenario ist im Bau.
Für die Grans sind „Fluchtspiele“ deshalb ein Trend, weil sie kooperativ sind. „Freunde gehen auch zusammen ins Kino, aber da sitzen sie nur nebeneinander. In Rätselräumen muss man wirklich als Team arbeiten, hat Spaß – das bringt die Leute zusammen.“ Es hat übrigens auch bei den Grans funktioniert. „Wir gehen heute wirklich gern zur Arbeit. Und sind an dem Projekt zusammengewachsen. Wer gemeinsam einen Escape Room eröffnet, braucht keine Eheberatung mehr“, sagt er.
Infos: www.illuminati-escape.com
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