Schauspieler Gojko Mitić macht erneut als Indianerhäuptling von sich reden. Erstmals spielt der 76-Jährige seine Paraderolle jetzt auf einer sächsischen Theaterbühne.
Am 29. April hat das Stück „In Gottes eigenem Land“ an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul Uraufführung. Mitić ist als Delawarenhäuptling Fliegender Pfeil zu erleben. „Ich habe immer versucht, aus dieser Schublade herauszukommen, aber ich lande immer wieder dort“, nahm es der Serbe am Rande einer Probe am Freitag mit Humor. Er habe nie davon geträumt, eine bestimmte Rolle zu spielen: „Ich habe versucht, aus dem, was kommt, das Beste zu machen“.
Mit ihrem neuen Stück blicken die Landesbühnen zum Reformationsjubiläum in die Vereinigten Staaten von Amerika. Mit dem lutherischen Prediger Heinrich Melchior Mühlenberg (1711-1787) - gespielt von Moritz Gabriel - bringen sie eine historische Persönlichkeit auf die Bühne, die vor allem im US-Bundesstaat Pennsylvania bis heute populär ist. Die Bundesregierung förderte das Projekt mit knapp 120 000 Euro. Regie führt der künstlerische Leiter des britischen York Theatre Royal, Damian Cruden. Der Schauspieler und Autor Olaf Hörbe hat den Stoff nach einem Roman von Eberhard Görner dramatisiert. Cruden baute auch Laienschauspieler und Chöre in seine Inszenierung ein.
Mühlenberg war 1742 von den Franckeschen Stiftungen in Halle nach Philadelphia entsandt worden, um an der Ostküste eine lutherische Kirche aufzubauen. Dabei wirkte er nicht als Missionar im engeren Sinne. Vielmehr organisierte er das tägliche Leben der Zuwanderer, kümmerte sich um den Bau von Schulen und engagierte sich als Schlichter bei Konflikten zwischen den Menschen unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften.
Landesbühnen-Intendant Manuel Schöbel hält Mühlenbergs Zeit für ein Spiegelbild heutiger Völkerwanderungen. Nach Radebeul ist das Stück im Sommer unter anderem in Meißen, Torgau, Wittenberg, Eisleben, Zeitz und Storkow zu sehen. (dpa)
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