„Wir denken intensiv über die Straße Unter den Linden nach“, sagt Streese. Anlass für die Überlegungen sei, dass die Verlängerung der U5 im Dezember 2020 in Betrieb geht. Die Baustelle, die derzeit noch große Teile des Boulevards in Beschlag nimmt, wird bis 2021 abgebaut, über die endgültige Gestaltung muss bald entschieden werden. Die rot-rot-grüne Koalitionsvereinbarung von 2016 sieht vor, dass das Umfeld des Schlosses verkehrsberuhigt sowie der Bereich zwischen dem Schloss und dem Brandenburger Tor fußgängerfreundlich umgestaltet wird.
Für den Tauentzien beginnen im nächsten Jahr die Planungen für eine Umgestaltung.
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Ziel des Senats sei die Verkehrsberuhigung großer Straßen, bekräftigt der Staatssekretär. „Sie sollen weitgehend autofrei und zu Flaniermeilen werden.“ Für den Tauentzien würden 2020 die Planungen beginnen. Streese nannte in diesem Zusammenhang auch Kudamm und Friedrichstraße. Der Abschnitt für den Fußverkehr, mit dem das Berliner Mobilitätsgesetz im Frühjahr 2020 ergänzt werden soll, werde jährlich zehn Modellprojekte vorsehen. „Wir wollen Berlin umgestalten und große Schritte machen“, verspricht Streese.
Friedrichstraße soll dauerhaft autofrei werden
Absehbar sei, dass im Sommer 2020 ein „Verkehrsversuch“ in der Friedrichstraße stattfinden soll, so der Senatspolitiker weiter. Dabei soll ein Abschnitt dieser Nord-Süd-Verbindung in Mitte autofrei werden. Die Rede ist von dem Teilstück zwischen Französischer und Leipziger Straße, das vom 21. Juni bis zum September drei Monate für Autos gesperrt wird. In der Straßenmitte soll ein rund Meter breiter Zweirichtungs-Radweg markiert werden, zu beiden Seiten seien 8,50 Meter breite Fußgängerbereiche vorgesehen. Damit Geschäfte weiterhin beliefert werden können, müssten an Einmündungen der Nebenstraßen Logistikbereiche entstehen.
„Wir setzen uns dafür ein, dass die Teileinziehung dieses Teils der Friedrichstraße für den Kfz-Verkehr bald vorbereitet wird“, sagt Stefan Lehmkühler von der Initiative „Stadt für Menschen“. Ziel müsse es sein, dass die Friedrichstraße „dauerhaft autofrei“ wird. Um Schleichverkehr südlich der Leipziger zu unterbinden, sollte der gesperrte Bereich südlich bis zum Checkpoint Charlie verlängert werden.
Lehmkühler ermutigt den Senat, die Koalitionsvereinbarung von 2016 endlich umzusetzen und Unter den Linden nur noch für Busse, Taxis, Fahrräder und Fußgänger offen zu halten. Östlich des Knotenpunkts Spandauer/Karl-Liebknecht-Straße könnte die südliche Fahrbahn der Liebknechtstraße aufgehoben werden, weil dann dort kaum noch Autos unterwegs sein würden. „Wo sollen dort noch Pkw herkommen, wenn Unter den Linden autofrei geworden ist?“, fragt der Umweltaktivist.
Fahrradfahrer und Fußgänger sollen mehr Raum bekommen
Die Friedrichstraße, die dem Kudamm als gehobene Einkaufsmeile Konkurrenz machen sollte, gilt inzwischen als Problemfall. Es halten sich Gerüchte, wonach Galeries Lafayette prüfen, ob sie mit ihrem Warenhaus an der Friedrichstraße bleiben – oder gehen.
Am ersten Oktober-Wochenende gab es einen Testlauf, ein längerer Abschnitt wurde für den motorisierten Verkehr zwei Tage zur Sperrzone. Aber nicht alle Einzelhändler nutzten die Gelegenheit, am ersten Oktober-Sonntag ihre Geschäfte zu öffnen, sagt Staatssekretär Streese. „Die Wirtschaft ist nicht gut organisiert“, klagt der Grünen-Politiker. „Dabei braucht die Friedrichstraße einen Schub, Initiative.“
Weicht die U5-Baustelle, könnte Unter den Linden autofrei werden.
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Matthias Dittmer von der Landesarbeitsgemeinschaft Mobilität der Grünen fordert, dass der Senat nach drei Jahren endlich ein Konzept zu den Linden vorlegt. „Angeblich wird da schon lange etwas ausgeheckt. Unter den Linden muss es nun endlich konkret werden“, forderte er.
Er spielte darauf an, dass grüne Senatspolitiker schon viel angekündigt – aber wenig umgesetzt haben. Auch auf der Schönhauser und der Frankfurter Allee sollte der nichtmotorisierte Verkehr gegenüber Autos mehr Raum bekommen. Umgestaltet wurden sie bislang nicht.
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