FKK wird zur Rarität

Macht uns der Berlin-Boom prüde?

Weil andere sich belästigt fühlen, wird FKK zur Rarität.

Cornelia Schmalenbach und Erik Baumgärtel
Lesezeit 3 Min
Gäste sollten nackte Haut tolerieren: Lea (23, links) und Anna (19) fühlen sich nicht wohl, wenn Fremde sie beim Nacktsonnen anstarren. „Auswärtige sollten akzeptieren, dass Berliner freizügiger als andere sind“, sagt Anna. Die Studentinnen lieben die ungestörte Atmosphäre im Volkspark Friedrichshain.

Gäste sollten nackte Haut tolerieren: Lea (23, links) und Anna (19) fühlen sich nicht wohl, wenn Fremde sie beim Nacktsonnen anstarren. „Auswärtige sollten akzeptieren, dass Berliner freizügiger als andere sind“, sagt Anna. Die Studentinnen lieben die ungestörte Atmosphäre im Volkspark Friedrichshain.

© Sabeth Stickforth Berlin Lizenz

Nahtlose Bräune ist am schönsten: „Bräune sieht am schönsten nahtlos aus“, findet Kellnerin Bettina (25) aus Mitte. „Mir ist egal, ob Touristen gucken. Bei uns ist Nacktsein völlig normal.“ In anderen Ländern würde sie sich aber an Sitte und Anstand halten. „Ich weiß ja schließlich, was sich gehört.“

Nahtlose Bräune ist am schönsten: „Bräune sieht am schönsten nahtlos aus“, findet Kellnerin Bettina (25) aus Mitte. „Mir ist egal, ob Touristen gucken. Bei uns ist Nacktsein völlig normal.“ In anderen Ländern würde sie sich aber an Sitte und Anstand halten. „Ich weiß ja schließlich, was sich gehört.“

© Sabeth Stickforth Berlin Lizenz

Jeder soll nach seiner Fasson glücklich sein: „FKK-Strand? Da gehe ich zwar nicht hin, aber mich stören Nacktbader auch nicht. Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden.“ Thomas (29) kommt aus Dresden, macht Urlaub in Berlin. Der Angestellte erzählt, dass keiner aus seiner Familie am See die Hüllen fallen lässt.

Jeder soll nach seiner Fasson glücklich sein: „FKK-Strand? Da gehe ich zwar nicht hin, aber mich stören Nacktbader auch nicht. Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden.“ Thomas (29) kommt aus Dresden, macht Urlaub in Berlin. Der Angestellte erzählt, dass keiner aus seiner Familie am See die Hüllen fallen lässt.

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Nacktsein ist das Natürlichste der Welt: Kinderkrankenschwester Steffi (33) aus Charlottenburg stammt aus der DDR. „Ich bin mit FKK groß geworden“, schwärmt sie. „Nacktbaden ist das Natürlichste auf der Welt. Wer prüde ist, muss sich ja nicht in die Nähe von Nackten setzen. Ich lasse mir das nicht verbieten.“

Nacktsein ist das Natürlichste der Welt: Kinderkrankenschwester Steffi (33) aus Charlottenburg stammt aus der DDR. „Ich bin mit FKK groß geworden“, schwärmt sie. „Nacktbaden ist das Natürlichste auf der Welt. Wer prüde ist, muss sich ja nicht in die Nähe von Nackten setzen. Ich lasse mir das nicht verbieten.“

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Finde essuper, dass Berliner so frei sind: „Zu Hause laufe ich gern in der Wohnung nackt rum. Beim Sonnen oder Baden schaue ich, ob andere Gäste was anhaben. Als einziger würde ich mich nicht hüllenlos zeigen“, erklärt Dima (24), Student aus Friedrichshain. Er findet es super, dass Berliner so frei und offen sind.

Finde essuper, dass Berliner so frei sind: „Zu Hause laufe ich gern in der Wohnung nackt rum. Beim Sonnen oder Baden schaue ich, ob andere Gäste was anhaben. Als einziger würde ich mich nicht hüllenlos zeigen“, erklärt Dima (24), Student aus Friedrichshain. Er findet es super, dass Berliner so frei und offen sind.

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Nackte auf der Wiese toleriere ich einfach: „Ich finde es gut, wenn andere Leute keine Hemmungen haben und sich nackt sonnen, das toleriere ich“, sagt Jadwiga Johanna (41) aus Friedrichshain. Die Angestellte glaubt aber, dass der Anblick für Kinder und Jugendliche nicht gut sein könnte.

Nackte auf der Wiese toleriere ich einfach: „Ich finde es gut, wenn andere Leute keine Hemmungen haben und sich nackt sonnen, das toleriere ich“, sagt Jadwiga Johanna (41) aus Friedrichshain. Die Angestellte glaubt aber, dass der Anblick für Kinder und Jugendliche nicht gut sein könnte.

© Sabeth Stickforth Berlin Lizenz

„Es gib immer weniger Menschen, die nackt baden“, weiß Michael Oloew, Chef der Berliner Bäder-Betriebe. Der Trend sei rückläufig. Das Stadtbad Charlottenburg verkürzte sein FKK-Angebot wegen mangelnder Nachfrage von drei auf einen Tag, nur im Stadtbad Neukölln kommen Nacktbader länger auf ihre Kosten.

Im Prinzenbad gibt es zwar noch einen abgegrenzten Bereich für Besucher ohne Bikini oder Badehose, doch auch dort gehen laut Oloew die Gästezahlen zurück. Der Bäderchef: „Ich kenne keine Stadt in Deutschland, die länger Freikörperkultur praktiziert als Berlin. Sie ist hier seit den 20er-Jahren praktisch zu Hause.“ Und nun das.

Dass sich immer weniger in der Öffentlichkeit komplett ausziehen, führt Oloew auf die steigende Zahl von Touristen zurück. „Für sie ist der Anblick unbekleideter Menschen ungewöhnlich oder ihre Religion verbietet es sogar.“ Im besten Fall guckt man einfach weg. Kurioses Beispiel: Im Strandbad Wannsee, das besonders viele Touristen aus Italien, Frankreich und Spanien besuchen, müssen Wachpersonal und Bademeister im ausgeschilderten FKK-Bereich regelmäßig auf das Textil-Verbot hinweisen.

Auch die sechs FKK-Sportvereine in Berlin (mehr als 4000 Mitglieder) spüren eine Abkehr vom Adams-Kostüm. „Wir haben nicht mehr den Zulauf wie noch vor Jahren“, klagt Wolfgang Rosenke vom Familiensportverein Adolf Koch in Kreuzberg. Eine schlüssige Erklärung hat er nicht.

Das Phänomen, wie sich Sitten und Bräuche anderer Kulturen im Alltag einer Weltstadt niederschlagen, ist nicht neu. Die Frage ist nur: Müssen sich die Berliner deshalb verbiegen?
Beispiele aus dem Alltag:

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