Fitness-Trainer Werner Leuthard

Bayerns General drillt ab sofort die Hertha-Profis

Weggefährte Felix Magath erklärt Im KURIER, was den Blau-Weißen droht.

Sebastian Schmitt
Lesezeit 3 Min
Erschöpfte Gesichter: Leuthard arbeitete mit Felix Magath zusammen, fordert jetzt die Hertha-Profis.

Erschöpfte Gesichter: Leuthard arbeitete mit Felix Magath zusammen, fordert jetzt die Hertha-Profis.

© imago images/Matthias Koch

Jürgen Klinsmann zieht die Zügel an. Herthas neuer Cheftrainer will den blau-weißen Profis Beine machen. Zuständig für die Fitness ist Klinsis neuer Athletik-Trainer Werner Leuthard (57), der lange mit Felix Magath (66) zusammenarbeitete. Die Trainer-Legende verrät im KURIER, was die Profis jetzt erwartet.

Da kommt was auf die Herthaner zu! Leuthard gilt als extrem harter Hund. Bei Bayern nannten sie ihn „General“. Der Grund: Der Niederbayer war Oberleutnant in der Bundeswehr. Darunter sechs Jahre bei den Gebirgsjägern, die einen exzellenten Ruf genießen und als richtig harte Kerlen gelten.

Bildeten jahrelang ein Erfolgs-Duo: Werner Leuthard (l.) und Felix Magath.

Bildeten jahrelang ein Erfolgs-Duo: Werner Leuthard (l.) und Felix Magath.

© imago sportfotodienst

„Quälix" war eigentlich Leuthard 

Er ist ein sehr kompetenter Fachmann. Wir haben jahrelang sehr erfolgreich zusammengearbeitet“, erzählt Magath. Seit sie sich 2002 beim VfB Stuttgart kennenlernten, gab es Magath und Leuthard nur noch im Doppel-Pack: beim FC Bayern, in Wolfsburg, auf Schalke, wieder in Wolfsburg und beim FC Fulham. Beim VfB bekam Magath seinen berühmten Spitznamen verpasst. Der eigentliche „Quälix“ war aber immer Leuthard.

Darauf setzt auch Klinsi bei Hertha. „Wir haben den Spielern noch einmal deutlich gemacht, dass jetzt sehr viel mehr Arbeit auf sie zukommt“, erklärt Herthas Cheftrainer.
Und dann sagt Klinsi einen Satz, der angesichts Leuthards Ruf wie eine Drohung klingt: „Wir werden die Intensität nach oben schrauben.“

Denn Fitness-Guru Leuthard bringt selbst absolut gestandene Profis zur völligen Erschöpfung. Spaniens Ex-Stürmer-Legende Raul, der nach seinem Wechsel von Real Madrid bei Schalke noch mal aufblühte, sagte einst über den Schleifer: „Sein Medizin-Ball-Training hat mich fünf Jahre jünger gemacht.“

Stürmer-Legende Raul (l.) arbeitete von 2010 bis 2012 auf Schalke mit Leuthard zusammen.

Stürmer-Legende Raul (l.) arbeitete von 2010 bis 2012 auf Schalke mit Leuthard zusammen.

© imago sportfotodienst

Ruf als „Muskel-Versteher"

Interessant für Hertha: Leuthard gilt nicht nur als Konditionsbolzer, sondern auch als „Muskel-Versteher“.
„Wir waren so erfolgreich, weil wir eine Trainings-Philosophie hatten“, erklärt Magath. „Wir waren nicht nur konditionell spitze, sondern hatten über Jahre hinweg die wenigsten Verletzten. Das war sein Verdienst“, lobt Magath.

Dagegen zieht sich bei den Blau-Weißen das Thema „Muskel-Verletzung“ seit Jahren wie ein fieser roter Faden durch den Trainingsbetrieb. „Bei einer großen Mehrheit der Verletzungen im Fußball gibt es keine gegnerische Einwirkung. Man kann in diesem Bereich sehr großen Einfluss nehmen“, sagte Leuthard einst der „Basler Zeitung“.

Herthas Problem: „Man kann während einer Saison nicht großartig eingreifen. Jetzt zählen andere Aspekte. Man braucht Ergebnisse“, erklärt Magath. Richtige Veränderungen könne Leuthard erst im Januar im Wintertrainingslager in den USA vornehmen. „Dann kann man richtig eingreifen und Dinge vorantreiben.“

Bis dahin braucht Hertha aber unbedingt Punkte, am besten einen Sieg am Freitag in Frankfurt (20.30 Uhr).
Bei der SGE formte Leuthard vergangene Saison die sogenannte „Bullenherde“ (Ante Rebic, Luka Jovic und Sebastien Haller), die mit ihrer Physis die halbe Liga überrollte.

Das Gute: Das Trio kickt inzwischen nicht mehr am Main. Und Magaths General drillt jetzt die Herthaner.

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