In einem Nebengewässer der Oder in Polen bahnt sich erneut ein größeres Fischsterben an. Aus dem Gleiwitzer Kanal im Südwesten des Landes wurden in den vergangenen Tagen nach Behördenangaben mehr als vier Tonnen tote Fische geborgen.
Zwei Schleusen geschlossen wegen gefährlicher Alge
Ursache ist demnach eine Blüte der giftigen Goldalge. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, wurden nach denselben Angaben zwei Schleusen geschlossen.
Warnschild wegen der Goldalge Prymnesium parvum am See Dzierzno Duze in Polen
© Beata Zawrzel/Imago
Der Gleiwitzer Kanal liegt rund 500 Kilometer flussaufwärts der brandenburgischen Grenze. Das Landesamt für Umwelt hatte zuletzt Anfang Juli mitgeteilt, es lägen keine Hinweise auf eine erneute Ausbreitung der Goldalge in der Oder vor. Ein aktueller Stand nach den Funden in Polen liegt bislang nicht vor.
1000 Tonnen tote Tiere im Sommer 2022
Die Goldalge (Prymnesium parvum) hatte vor vier Jahren die bislang schwerste Umweltkatastrophe an der Oder ausgelöst. Wissenschaftler machten ein Zusammenspiel aus hohem Salzgehalt, Niedrigwasser, hohen Temperaturen und dem Algengift verantwortlich. Ihrer Schätzung nach verendeten damals rund 1000 Tonnen Fische sowie Muscheln und Schnecken.
Beseitigte Fische nach einem Massenfischsterben durch die Goldalge in Polen 2024
© Beata Zawrzel/Imago
Welche Fischarten im Gleiwitzer Kanal verendet sind, teilten die Behörden bislang nicht mit. In der Oder traf es 2022 nach Angaben von Fachleuten neben Weißfischen auch große Raubfische.
Warum die Alge so gefährlich ist
Prymnesium parvum ist eigentlich in Brackwasser zu Hause. In Flüssen mit erhöhtem Salzgehalt findet sie Bedingungen, unter denen sie sich bei Wärme und wenig Wasser stark vermehren kann. Ihr Gift greift die Kiemen an. Betroffen sind deshalb vor allem Tiere, die über Kiemen atmen – Fische, aber auch Muscheln und Schnecken.
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