Eine Rolle mit Text hat Waltraud Ziervogel (79) ergattert. Ihr Traum. „Ich wollte schon immer eine komische Alte spielen“, das hat sie dem KURIER verraten. Und jetzt sogar in einem richtigen Kinofilm. Irgendwie schon die Krönung, in einem Leben als weltbekannte Wurstbraterin. Waltraud strahlt mit frisch geföhnter Frise und einem Hauch von Rouge auf den Wangen den Henry Hübchen an. Der sich, als täte er sonst nicht anderes, die Pulle Pankower Pils (Filmerfindung) gönnt. Die Curry mit Pommes rot-weiß gab es allerdings geschnitten und nicht, wie Kenner sie mögen, am Stück.
Das muss ein richtiges Ost-Agenten-Frühstück sein. Denn so einen spielt der Hübchen in der Kino-Klamotte. Einen Agenten-Rentner, den der BND (Bundesnachrichtendienst) wieder aus der Kiste holt, um einen besonders kniffligen Fall zu lösen. Ein russischer Staatsmann ist entführt und gleich mit ein Top-Spion des BND – ausgerechnet jener, der Falk, so Hübchens Rollenname, vor 30 Jahren enttarnt hatte (KURIER berichtete). Falk sinnt jetzt natürlich auf Rache. Drehbeginn war am Donnerstag – und gestern stand eine Szene bei Konnopke an der Schönhauser auf dem Drehplan. Der Filmtitel „Kundschafter des Friedens“ ist nicht wie Hübchens kühles Pankower eine Erfindung. So wurden in der ehemaligen DDR die Spione tatsächlich genannt.
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