Siedlung Kesselberg

Hier brennt ein Öko-Dorf

Fotoreporter und Retter wurden beschimpft und attackiert.

BK
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Einsatzkräfte der Polizei stehen vor dem lichterloh brennenden Gebäude. 

Einsatzkräfte der Polizei stehen vor dem lichterloh brennenden Gebäude. 

© Pudwell

Eine Polizeisprecherin sagt, Rettungskräfte der Feuerwehr seien die ganze Nacht mit den Löscharbeiten beschäftigt gewesen, konnten das Abbrennen des Gebäudes aber nicht verhindern. Neun Personen mussten gerettet werden. Sie blieben unverletzt. Die Schadenssumme ist noch unbekannt.

Noch während der Löscharbeiten kam es rund um die Einsatzstelle zu Pöbeleien gegen Feuerwehr, Polizei und Fotoreporter. Nach Angaben mehrerer Augenzeugen sollen Bewohner versucht haben, in das brennende Haus zu gelangen, vermutlich um persönliche Gegenstände zu retten.

Als sie von Feuerwehrleuten und Polizisten daran gehindert wurden, habe es „wilde Diskussionen“ gegeben, zum Teil seien die Einsatzkräfte beschimpft und beleidigt worden. In einem polizeiinternen Vermerk heißt es, die Personen hätten „nicht polizeifreundlich reagiert“. 

Fotoreporter von Bewohnern angegriffen

Auch Fotoreporter, die den Brand sowie den Feuerwehreinsatz dokumentieren wollten, wurden zur Zielscheibe. So hätten sich mehrere Bewohner der Öko-Siedlung „aggressiv und streitlustig“ verhalten. In einem Fall hätten sie vehement den Presseausweis eines Kameramanns verlangt, sagt ein Augenzeuge dieser Zeitung. Als er sich geweigert habe, sei einer der Bewohner auf ihn losgegangen und habe ihm die Kamera von der Schulter geschlagen. Auf eine Anzeige habe der Angegriffene aber verzichtet.

Die Feuerwehr versucht, das riesige Feuer von einer Drehleiter aus zu löschen.

Die Feuerwehr versucht, das riesige Feuer von einer Drehleiter aus zu löschen.

© Pudwell

Die 100 Bewohner des Kesselbergs, so der Name der Siedlung, leben weitgehend autark. „Für uns bedeutet der Kesselberg die Möglichkeit, eine ökologisch, soziale und kulturelle Alternative zu leben“, heißt es auf der Internetseite. „Wir erweitern und verbessern unsere Werkstätten (Holz, Metall, Glas, Fahrrad, Elektrik), legen Gärten an, renaturieren unseren Wald (50 Hektar), haben eine Sauna und vieles mehr“.

Aufgrund privater Kontakte nach Kolumbien sei es „im Sommer 2002 zudem zu einem Besuch dreier Schamanen und zu der Idee der Einrichtung einer Indigenen Botschaft“, gekommen.

Im November 2014 kam es zu einem Besuch des Spezialeinsatzkommandos (SEK), als ein 33-jähriger Bewohner des Areals mehrere Menschen mit einer Axt und einer Eisenstange bedroht hatte. Er wurde festgenommen.

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