Feuer-Attacken

Polizei-Akte Hassbrenner

Die Motive der Täter, die Fälle, die Opfer

Mike Wilms
Lesezeit 2 Min
Es wird immer schlimmer: Die Zahl der Autobrände ist in Berlin auf Rekordkurs.

Es wird immer schlimmer: Die Zahl der Autobrände ist in Berlin auf Rekordkurs.

© dpa

Den typischen Auto-Attentäter stellt man sich als Möchtegern-Revoluzzer vor. Aber eine neue Polizei-Statistik zeigt jetzt: Von allen Fällen der Jahre 2011 bis 2016 (Stand: 12. Juli) war nur ein kleiner Teil klar politisch motiviert. Oder andersrum: In 1215 von 1505 Fällen gab es wohl ein unpolitisches Motiv – Vandalismus, Pyromanie, Racheakte im Privatumfeld, Versicherungsbetrug, Verdeckungsbrände nach anderen Taten.

Die Fallzahlen entwickeln sich oft sprunghaft: Nach einem Hochstand 2011 mit 403 Attacken und 537 betroffenen Autos legten die Feuerteufel eine Pause ein. Von 2012 bis 2014 gab es je rund 250 Brandstiftungen mit knapp 300 angegriffenen Fahrzeugen. Der Tiefstand war dann 2015 erreicht: 179 Attacken, 186 abgefackelte Autos. Doch was folgte, war nur ein neuer Sprung nach oben: Dieses Jahr gab es bis 12. Juli schon mehr Fälle als im ganzen Vorjahr – 189 Angriffe, 228 Autos.

Immer wieder trifft es Dienst- und Firmenwagen, die wegen entsprechender Logos leicht zu erkennen sind. Für dieses Jahr listet eine Senatsantwort an die Grünen bisher 46 Fälle auf: Deutsche Bahn (12), Polizei (4), Thyssen Krupp (4), Bosch (3), Botschaftsangehörige (2), Vattenfall (1), DHL (1) und sonstige (19). Soweit politische Motive vorliegen, geht es um Themen wie Kapitalismus, Atompolitik und Militarismus. Autos werden aber meist „spontan, wenn nicht sogar wahllos“ zerstört.  

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