Ferienwohnungen in Berlin

Der Schwarzmarkt ist gigantisch

75 Prozent der Wohnungen sind nicht gemeldet ...

MARC FLEISCHMANN
Lesezeit 2 Min
Die Karte zeigt die drei Ballungszentren mit den meisten Ferienwohnungen.

Die Karte zeigt die drei Ballungszentren mit den meisten Ferienwohnungen.

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Offiziell gemeldet waren Ende Juni 6.305. Der Senat geht von 12.000 aus. Eine Auswertung zählt jetzt fast das Doppelte – mehr als 23.000.

Der Schwarzmarkt ist gigantisch. In Mitte wurden rund 70 Prozent der Ferienwohnungen nicht gemeldet, in ganz Berlin sind es gar 75 Prozent. Bezirksstadtrat Stephan von Dassel stellte die Zahlen vor.

Die vom Bezirksamt Mitte für fast 8.000 Euro beauftragte Firma Neofonie hat 15 bekannte Online-Portale wie „Airbnb“ durchsucht und damit nach von Dassels Worten 95 Prozent aller Angebote für Berlin gefunden.

Eine riesige Datenmenge: Nach Prüfung auf Doubletten gibt es verwertbare Informationen (Adresse, Vermieter, Telefon, Geodaten) zu 23.103 Ferienwohnungen oder -zimmern.

1.736 Ferienwohnungen davon ließen sich keinem Bezirk zuordnen. Von Dassel geht von einer Dunkelziffer aus. Er schätzt die Gesamtzahl auf 25.000.

Der Bezirksstadtrat hat sich den Kampf gegen die Anbieter auf die Fahnen geschrieben, denn richtig genutzt, seien die illegalen Ferienwohnungen eine „Möglichkeit, den Wohnungsmarkt zu entlasten“.

Obdachlose oder Asylbewerber könnten dort ein Zuhause finden, so der Grünen-Politiker.

Die Daten sollen in der ersten Septemberwoche den Bezirken übermittelt werden. Ferienwohnungen sind in Berlin seit 1. Mai 2014 verboten. Für damals bestehende Ferienwohnungen gilt eine zweijährige Übergangsfrist.

Bei Strafen von bis zu 50.000 Euro rät von Dassel den Anbietern, sich schnell zu melden, denn „dann hat man weniger zu befürchten“.

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