Der Klinik-Konzern Asklepios hat vor zwei Jahren für Wirbel gesorgt: Er hat die Arztkittel mit langen Ärmeln verbannt und eigene Kleidung angeschafft. Grund: Gerade die Ärmel übertragen die gefährlichen Infektionen. Ein Arzt im Shirt, der sich an Hand und Unterarm desinfizieren kann, übertrage weniger Keime, so die Begründung.
An den langen Ärmeln bilden sich Keime
Nun diskutiert die Politik kontrovers darüber, in den Berliner Krankenhäusern denselben Schritt zu gehen. Auslöser ist ein Antrag der FDP-Fraktion, in dem von der „kompletten Abschaffung des Tragens von Arztkitteln“ die Rede ist. Er wird am Donnerstag im Abgeordnetenhaus diskutiert.
FDP-Mann Florian Kluckert erklärt: „Der Kittel ist nicht die einzige Ursache für Krankenhauskeime, aber sie ist eine. Wir müssen die Ursachen Schritt für Schritt bekämpfen.“ Untersuchungen des Robert-Koch-Institut bestätigen, dass an den längen Ärmeln sich Keime bilden. Nach Recherchen des KURIER ist das Problem Arztkittel in einigen Krankenhäusern schon Thema.
Arztkittel werden häufig gewechselt
Die Frage, ob ein Chefarzt noch Schlips tragen darf, ist ebenso aktuell. Denn auch der vornehme Schlips gilt als Keimfänger. Eine Studie der Uni Cambridge widerspricht: Kürzere Ärmel haben keine nachweislichen Vorteile für die Hygiene. Zudem wirke ein Mediziner im kurzen Kittel oder im Shirt auf den Patienten unprofessionell.
Fest steht , dass der FDP-Antrag schon vor der Sitzung am Donnerstag eine heftige Debatte entfacht hat. Wolfgang Albers (Linke) hat 35 Jahre als Chirurg gearbeitet. Über die Idee der Liberalen ist er verärgert: „Von mir aus können die Ärzte mit freiem Oberkörper rumlaufen. Das löst das Problem nicht. Eine Klinik ist doch ein öffentliches Haus, da sind die Mediziner nicht die einzigen Keimträger.“ Das Personal wechsle sehr oft die Kleidung, vor OPs und anderen Eingriffen sowieso. Auch vor der Behandlung eines Patienten mit Klinikkeim werde Kleidung getauscht. Auch der Arztkittel selbst werde oft gewaschen.
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