FC-Union-Hoffnungsträger

Eroll: Mit Volldampf zum Genie

Unions Zejnullahu liest Kafka, trainiert Nachwuchs und glänzt auf dem Feld

Mathias Bunkus
Lesezeit 2 Min
Eroll Zejnullahu zieht ab, seine Technik und Schnelligkeit sind seine Stärken.

Eroll Zejnullahu zieht ab, seine Technik und Schnelligkeit sind seine Stärken.

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Aus dem Trainingslager in Sotogrande berichtet Mathias Bunkus


Nun ist eins der größten Geheimnisse der Eisernen gelüftet. Der 1. FC Union orientiert sich in Transferfragen am FC Bayern. Wenn einer beim Gegner gut ist, wird er weggelockt! So wie Eroll Zejnullahu beispielsweise.

„Ich kann mich noch gut erinnern. Ihr habt mit Zehlendorf unsere U19 vorgeführt. Du hast ein Tor geschossen“, sagt Matthias Marek aus Unions Presseabteilung. „Weiß ich noch. Das war auf Kunstrasen an der Hämmerlingstraße. Aber ich habe nur Vorlagen gegeben“, korrigiert der 20-Jährige.

Wenige Monate später hatte der junge, in Berlin geborene Kosovare die Seiten gewechselt. Und ist heute einer der Hoffnungsträger unter den jungen Wilden bei den Köpenickern. Eroll ist der ein bisschen andere Profi. Er liest viel. Sogar hochgeistiges. Kafka. Aber aufgezogen wurde er von den Kollegen deswegen noch nicht. „Manche lesen eben. So wie Micha Parensen oder Christopher Trimmel. Manche spielen auf ihren iPads oder der Playstation. Das mache ich auch. Aber eben nicht nur“, verrät der Mittelfeldspieler.

Nicht das Einzige, wo Zejnullahu andere Wege geht. Im Rahmen seines Fachabis absolvierte er bei Union ein einjähriges Praktikum. Da trainierte er auch den eisernen Nachwuchs. „Dadurch habe ich auch ein bisschen die andere Seite kennengelernt. Als Spieler sieht man nicht so sehr das, was man als Trainer immer beachten muss.“

Muss noch erwähnt werden, dass Zejnullahu beim Nachwuchs ankommt? „Die sind ja oft als Balljungen bei Spielen dabei. Da ist es etwas Tolles für sie, wenn ihr Trainer auch spielt“, meint Zejnullahu, der diese Arbeit mit Kindern und Jugendlichen noch fortsetzen möchte.

Und natürlich über das Stadium des Talentes gern hinauskommen will: „Ich spiele am liebsten auf der 10. Da muss ich dem Trainer beweisen, dass er da auf mich setzen kann.“ Geht nur, wenn er noch mehr Genie-Streiche zeigt, Vorlagen gibt und selbst torgefährlicher wird.

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