KURIER-Reporterin Anne Golling mit Hannes Hensel, Initiator des Vereins „Projekt 5001“, auf dem Bunkergelände.
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NVR-Vorsitzender Erich Honecker hatte zwei Räume im Bunker, einen zum Arbeiten und einen Aufenthalts- und Schlafbereich.
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Der „Dispatcherraum“ war das Herzstück der Anlage. Von hier aus konnte das gesamte Bauwerk kontrolliert und gesteuert werden.
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Rund 65 mal 50 Meter Grundfläche, verteilt über drei Geschosse. Darin die gesamte Technik, aber auch Arbeitsräume.
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Der Plattenbau, in dem schon damals die Verwaltung saß. „Er wird das zentrale Gebäude. Hier werden Konzepte ausgearbeitet, um Besucher zu locken“, so Hannes Hensel.
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Jürgen Freitag in der mittleren Etage des NVR-Gebäudes: „Im Ernstfall wäre man von hier runter, durch eine Stahltür in den Keller und durch den Tunnel in den Bunker gelangt.“
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Hannes Hensel, an den Duschen im Dekontaminationsbereich wurde ihm bewusst: „Das war eine Konstruktion, die gebaut wurde für einen katastrophalen Ernstfall.“
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Zwischen den Baumkronen ragt unscheinbar ein Hügel hervor, nicht höher als sechs Meter. Nur schwer vorstellbar, dass er etwa 35000 Kubikmeter Beton verbirgt. Doch unter der Erde in der Nähe des kleinen Dorfes Prenden bei Wandlitz schlummert ein Stück deutscher Geschichte: Honeckers Geheimbunker.
Heute ist Gras über den Hügel gewachsen, sämtliche Zugänge zum Bunker verplombt. Das soll sich ändern: Hannes Hensel, Initiator des Vereins „Projekt 5001“, hat große Pläne – mit dem geschichtsträchtigen Objekt.
Zwischen 1978 und 1983 als Hauptführungsstelle des Nationalen Verteidigungsrates (NVR) der DDR gebaut, sollte hier im Verteidigungsfall die Führung des Landes fortgeführt werden. Mit Erich Honecker als NVR-Vorsitzenden. Deshalb ist das Objekt auch als Honecker-Bunker bekannt.
Bunker-Experte Jürgen Freitag stört dieser Name: „Weil er etwas personifiziert, was nicht stimmt. Das war kein Überlebensbunker für Honecker.“ Schließlich sollte ein gesamtes Land von hier verwaltet werden. Von einer Mannschaft von bis zu 400 Personen. Freitag eingeschlossen. Als stellvertretender Bauwerkskommandant für technische Aufgaben kennt er den Bunker genau: „Er war das Bauwerk mit der größten Schutzklasse der DDR.“ Freitag: „In einer Entfernung von 700 Metern hätte eine Megatonnen-Bombe, also 80 x Hiroshima, zünden können. Im Bunker hätte man das überlebt. Bis zu 14 Tage.“
Dafür gab es neben Wasser, Luft und Strom auch Klimaanlagen, Sanitärbereiche, einen medizinischen Bereich mit Not-OP, eine Großküche und eine Dekontaminationsschleuse. Eine Kleinstadt unter der Erde – versteckt, geheim, gesichert.
Von der Hochspannungsanlage, die das Gelände umgab, zeugt nur eine Schneise zwischen den Bäumen. Sie kann heute keine ungebetenen Besucher mehr abhalten. Und die gibt es öfter: „Meistens Neugierige, Geschichtsinteressierte – wie wir ja auch“, erklärt Hensel.
KURIER-Reporterin Anne Golling mit Hannes Hensel, Initiator des Vereins „Projekt 5001“, auf dem Bunkergelände.
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NVR-Vorsitzender Erich Honecker hatte zwei Räume im Bunker, einen zum Arbeiten und einen Aufenthalts- und Schlafbereich.
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Der „Dispatcherraum“ war das Herzstück der Anlage. Von hier aus konnte das gesamte Bauwerk kontrolliert und gesteuert werden.
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Rund 65 mal 50 Meter Grundfläche, verteilt über drei Geschosse. Darin die gesamte Technik, aber auch Arbeitsräume.
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Der Plattenbau, in dem schon damals die Verwaltung saß. „Er wird das zentrale Gebäude. Hier werden Konzepte ausgearbeitet, um Besucher zu locken“, so Hannes Hensel.
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Jürgen Freitag in der mittleren Etage des NVR-Gebäudes: „Im Ernstfall wäre man von hier runter, durch eine Stahltür in den Keller und durch den Tunnel in den Bunker gelangt.“
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Hannes Hensel, an den Duschen im Dekontaminationsbereich wurde ihm bewusst: „Das war eine Konstruktion, die gebaut wurde für einen katastrophalen Ernstfall.“
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Er hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, dem Komplex wieder Leben einzuhauchen. Dafür ist viel zu tun: „Wir müssen mit Kauf oder Erbpacht die Kontrolle über das Gelände bekommen, die Gebäude auf dem Gelände erhalten und sichern und den Bunker selbst auf die Öffnung vorbereiten.“ Und erst dann könne über eine dauerhafte Nutzung des Gesamtkomplexes nachgedacht werden.
Möglichkeiten gibt es viele: Das gesamte Kasernengelände umfasst sechs mehrstöckige Plattenbauten, ein großes Küchengebäude, vier Hallen, eine Turnhalle, vier Baracken und weitere kleinere Bauwerke. In ihnen soll ein Angebot für Familien geschaffen werden, um ganze Tage verbringen zu können.
Hotel und Restaurant sind nur die ersten Schritte: Die einstige Großküche mit ihren 2000 Quadratmetern bietet ausreichend Fläche für gastronomische Versorgung. Die vielen KFZ-Hallen bieten sich für ein Fahrzeugmuseum an. Die Turnhalle soll nicht nur für Veranstaltungen wie Konzerte, sondern auch etwa für Aerobic-Kurse genutzt werden können. „Die langen Baracken schreien förmlich nach einer Bowling-Bahn, der Wald nach einem Naturlehrpfad“, so Hensel. Ein Abenteuerspielplatz für Kinder sei geplant. Eine unwegsame Schlucht am Rande des Geländes soll zum Kletterpark werden. Und auch vom Streichelzoo bis zum Schildkröten-Gehege kennt das Projekt 5001 keine Grenzen.
Schwerpunkt ist aber der Bunker selbst: Vorrangig sollen Touren museale Erklärungen vermitteln. „Das Objekt selbst kann aber auch für Firmenausflüge und Meetings oder für Feiern mit besonderem Flair dienen. Das klingt im ersten Moment erschreckend, hat aber sicher seinen Reiz“, so Hensel.
Auch für die Innengestaltung des Bunkers wurden bereits Architekten kontaktiert. „Irgendwann ist er wieder einsatzbereit. Nicht für den Ernstfall, sondern etwa für eine Übernachtung in Erichs Schlafraum. „Sonderangebot Honecker-Suite“, scherzt Hensel über die Träume, die noch in weiter Zukunft liegen. Denn dafür braucht das Vorhaben viel Geld. Das soll über Crowdfunding erreicht werden.
Infos unter www.indiegogo.com/projects/honecker-bunker-museum-projekt-5001
Honeckers Bad in der Menge mit Indira Gandhi in Ostberlin (1976)
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Die Honeckers mit ihrem Enkel Roberto 1977, der dazu beitrug, dass Herzog seinen Arbeitsplatz verlor.
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Der wollte nicht nur spielen... Honeckers Cocker Spaniel Flex attackierte jeden, der ihm vor die Schnauze kam. Auch wegen ihm verlor Lothar Herzog seine Stelle.
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Zwei, die sich verstanden: Beim Abschied nach dem deutsch-deutschen Gipfeltreffen im Dezember 1981 schenkt Erich Honecker Bundeskanzler Helmut Schmidt ein Bonbon.Fotos: Verlag Das Neue Berlin/zvg (4), dapd
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Honecker, der Staatsmann: Gruppenbild mit Geishas (1981)
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Im Regierungszug ...
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... oder im Regierungsflieger: Lothar Herzog begleitete und bediente Erich Honecker auf vielen Reisen im In- und Ausland.
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Die Jagd war die große Leidenschaft von Erich Honecker, hier nach einer Pirsch in der Schorfheide 1976.
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Seinen „Diplomatenjagden“ fielen Hasen reihenweise zum Opfer, wobei nicht immer alles mit rechten Dingen zuging.
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Tischlein deck dich! Nach der Diplomatenjagd bereiten Lothar Herzog und Kollegen die Tafel vor ...
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... an der wenig später Erich Honecker und seine Gäste schmausen.
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Die Honeckers tanzen bei der Eröffnung des Palastes der Republik (1976).
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Eines der Häuser für Politbüromitglieder in Wandlitz: Wenn es darum ging, ihre Bedürfnisse zu erfüllen, gab es keine Beschränkungen.
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Volkskammer-Abgeordnete an einem Büfett
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Was gibt’s Neues? Lothar Herzog beim Studium des Zentralorgans. In der Waldsiedlung bei Wandlitz war er stets in Bereitschaft.
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Erich Honecker bei einem Abstecher in Sassnitz (Rügen)
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Diese Villa am Drewitzer See schenkte Erich Mielke Erich Honecker zum 70. Geburtstag 1982. Honecker nutzte sie als Feriendomizil kaum. Die Immobilie wurde vor einem Jahr für 3,4 Millionen Euro versteigert.
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Es ist angerichtet! Lothar Herzog (rechts) prüft die mit hängenden Würsten dekorierte Tafel für den russischen Besuch aus Wünsdorf auf Honeckers Urlaubsinsel Vilm.
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Das Ferienhäuschen der Honeckers auf der Insel Vilm. Auf dem kleinen Eiland vor Rügen verbrachten sie jedes Jahr ihren Urlaub.
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Der Kellner und sein Hauptgast: Lothar Herzog serviert Erich Honecker beim VIII. Parteitag der SED (1971) ein Wasser.
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Das Foto zeigt Herzog (4. von rechts) vor gedecktem Tisch
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Die Jagd war die große Leidenschaft von Erich Honecker, hier nach einer Pirsch in der Schorfheide 1976.
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Seinen „Diplomatenjagden“ fielen Hasen reihenweise zum Opfer, wobei nicht immer alles mit rechten Dingen zuging.
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Tischlein deck dich! Nach der Diplomatenjagd bereiten Lothar Herzog und Kollegen die Tafel vor ...
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... an der wenig später Erich Honecker und seine Gäste schmausen.
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Erich Honecker mit den Politbüromitgliedern Willi Stoph (links) und Kurt Hager bei einem Sektempfang 1988. Lothar Herzog war da längst in Ungnade gefallen.
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Lothar Herzog war zwölf Jahre lang Honeckers Diener und Personenschütze.
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Lothar Herzogs Erinnerungen sind ab dem 9. August im Handel.
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