Der britische Lokalsender Radio Caroline hat den Tod von König Charles III. gemeldet, obwohl der Monarch lebt – und ist dafür von der britischen Medienaufsicht gerügt worden. Die Aufsicht sprach am Montag von einer „sehr schwerwiegenden Ungenauigkeit“ und beanstandete, dass zwischen der Falschmeldung und der Korrektur zu viel Zeit lag.
Programm wird für Nationalhymne unterbrochen
Im Mai hatte der Sender eine Ansage ausgestrahlt, wonach das Programm nach dem Tod des Königs bis auf Weiteres unterbrochen werde. Danach lief die Nationalhymne, anschließend rund 16 Minuten Stille. Dann setzte das reguläre Programm wieder ein. Erst eine halbe Stunde nach der falschen Todesnachricht entschuldigte sich ein Moderator im Namen des Senders.
Mitarbeiter startete die Todes-Ansage „aus Neugier“
Nach der Darstellung, die Vertreter des Senders der Aufsicht gaben, wartete ein Mitarbeiter während einer laufenden Sendung den Studio-Computer. Der zuständige Moderator arbeitete zur selben Zeit aus dem Homeoffice. „Aus Neugier“ habe der Mitarbeiter die für den Todesfall vorproduzierte Ansage gestartet. Die Aufnahme stoppte automatisch das laufende Programm und ging auf Sendung. Anschließend sei der Mitarbeiter „in Panik geraten“ und habe das Studio verlassen.
König Charles III. steht am Rednerpult und eröffnet die Commonwealth Games in Glasgow 2026.
© imago/Mickael Chavet
Der Moderator im Homeoffice bemerkte den Fehler zunächst nicht und ging davon aus, weiter auf Sendung zu sein. Sein Telefon habe er nicht durchgehend im Blick gehabt – Anrufe von Hörern, denen die Falschmeldung aufgefallen war, sah er deshalb nicht.
Zwei Regeln gebrochen, Aufnahme gelöscht
Die Aufsicht wertet den Vorfall als Verstoß gegen zwei Grundregeln des Rundfunks: Berichte müssen den Tatsachen entsprechen und dürfen nicht parteiisch sein, und Fehler sind unverzüglich einzugestehen und zu korrigieren.
Nach Angaben von Radio Caroline wurde der verantwortliche Mitarbeiter gerügt, er habe sich entschuldigt. Die vorproduzierte Meldung über den Tod des Königs sei vom Studio-Rechner gelöscht worden.
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