Berlin - Ach, Union: Musste das sein? Geht denn das schon wieder so los wie in der Hinrunde? Die ganze Stadt fiebert dem Derby entgegen, Hertha ballert sich warm für ein Fußballfest. Und du? Du kickst neuerdings zu Hause so wie auswärts. Mal ehrlich, mit dem 0:2 gegen Paderborn wart ihr am Ende doch noch gut bedient, so leichtfertig, wie die Gäste in der Schlussphase ihre Chancen vertändelten."Die letzten Minuten waren nur noch quälend", räumte denn auch Trainer Uwe Neuhaus ein. Die Minuten, in denen die 11 870 Besucher im Stadion an der Alten Försterei deutlich merkten, dass das Team den Glauben an sich verloren hatte. Zumindest, was dieses eine Spiel anging.Zu fahrig im Spielaufbau. Zu viele Ballverluste. Alles durch die Mitte. Eifrig, aber völlig planlos. 65 Prozent Ballbesitz sind ja schön. Auch die Schussstatistik ist mit 15 Versuchen hüben wie drüben ausgeglichen. Doch das, was wirklich zählt, das Runde im Eckigen, da hatte der SCP die Nase vorn. Erklärbar ist das alles schon. Der Substanzverlust über all die letzten Wochen. Hervorgerufen durch verletzungsbedingte Ausfälle so wie jetzt Dominic Peitz (KURIER berichtete exklusiv). Permanent auf dem Zahnfleisch kriechend, weil Spieler kurz nach überstandenen Infekten über die volle Distanz gehen müssen, ohne dafür die Reserven zu haben. So wie zuletzt Michael Parensen, Santi Kolk, John Jairo Mosquera oder nun Christoph Menz. Union fährt auf Verschleiß. Und diesmal - bei allem kämpferischen Bemühen - vor die Wand!Denn die Gäste wussten zwei Mal, den Anfangs-Elan der Köpenicker gut zu erdulden. Und bissen sich zunehmend besser in die Partie rein. Dass dann auch die beiden Treffer jeweils zum richtigen Zeitpunkt kamen, um den Eisernen den Nerv zu ziehen, passte ins Bild. Beim 0:1 glänzte Marcel Höttecke mit einem Ausfallschritt nach vorn, einem Schritt nach hinten und einem Hinterherblicken bei Brandys Kopfball (25.). Beim 0:2 durch Guie-Mien war die ganze Abwehr zu weit aufgerückt, konnte der Kongolese die Flanke von Heithölter einköpfen (57.). Eine Tatsache, die auch seinen Trainer André Schubert staunen ließ: "Kopfballtor von Rolf-Christel? Das ist wie Weihnachten und Ostern zusammen."Weniger festtäglich war Union zumute. Der Ausfall von Peitz wurde nicht verkraftet. Sein Ersatz, Mac Younga-Mouhani, hat schon so manchen feinen Kick abgeliefert. Der gestern gehörte weniger dazu. Was aber nicht für ihn allein galt.Ob Peitz wenigstens fürs Derby zurückkehrt (dann mit neuer Maske), bleibt abzuwarten. Ach Union, wir hatten schon so viel Vorfreude empfunden. Und nun dies ...------------------------------1. FC UNION - SC PADERBORNTrainer: Neuhaus Trainer: SchubertHöttecke 5Menz 4Stuff 3Göhlert 4Parensen 4Younga-Mouhani 6Mattuschka 5Thomik 5Ede 4Mosquera 6Savran 4Grudzinski 3 (Hamburg)Jansen 4Brandy 2Wemmer 4Guie-Mien 2Alushi 2Krösche 3Raitala 4Palionis 3Mohr 3Gonther 3Masuch 21. FC UnionEinwechslungen: Brunnemann 3 (ab 46. für Parensen) Benyamina (ab 61. für Savran) Kolk (ab 62. für Younga)Gelb: Parensen (2), Menz (5/2), Göhlert (4), Mosquera (4)SC PaderbornEinwechslungen: Heithölter 3 (ab 43. für Raitala), Daghfous (ab 79. für Brandy), Brückner (ab 86. für Guie-Mien)Gelb: Raitala (2), Heithölter (2) - Zuschauer: 11 870Tore: 0:1 Brandy (25.), 0:2 Guie-Mien (57.)1 weltklasse2 stark3 ganz o.k.4 naja5 schwach6 unterirdisch------------------------------BU: Uwe Neuhaus (l.) und Christian Beeck (r.) sehen das eiserne Unheil kommen.0:2
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