Fahrerflucht

Hier macht sich jeder zweite Rowdy aus dem Staub

Wer hätte gedacht, dass es in dieser beschaulichen Ecke Berlins so viele Rowdys gibt!

Christian Gehrke
Lesezeit 2 Min
Auch in Gatow passieren schwere Unfälle. Allerdings flüchtete in diesem Fall niemand.

Auch in Gatow passieren schwere Unfälle. Allerdings flüchtete in diesem Fall niemand.

© Thomas Schroeder

Gemeint sind diesmal nicht Mitte, Kreuzberg oder Neukölln. Nein, die Ortsteile Kladow und Gatow im südwestlichsten Zipfel von Spandau liegen in der Statistik weit vorne. Dort gab es laut aktuellen Zahlen des Senats im vergangenen Jahr 259 Unfälle, 113 Mal wurde Fahrerflucht begangen. Macht eine Quote von 43,6 Prozent. Fast die Hälfte der Unfallverursacher also verduftet in Kladow und Gatow nach dem Crash. Auch in 2019 läuft es nicht anders: Es passierten bisher 127 Unfälle. 64 Mal verduftete der Unfallverursacher. Quote: 50,3 Prozent

Peter Trapp (CDU): „Die hohe Quote an Fahrerfluchten ist nicht zu akzeptieren“

Wer sich die Ecke auf der Karte anschaut, kann das gar nicht so richtig glauben: 20.000 Berliner leben zwischen Havel und Groß Glienicker See an der Stadtgrenze zu Potsdam. Man findet einen Golf-Club und lauschige Restaurants. Der CDU-Abgeordnete Peter Trapp wohnt selbst dort. Er fragte den Senat und bekam die Zahlen zurück.

Trapp vermutet, dass Badetouristen beim Ein-und Ausparken andere Fahrzeuge rammen und dann einfach abhauen. Ein zweiter Unfallschwerpunkt sind aus seiner Sicht Ampeln in Spandau, die schlecht geschaltet sind. So käme es an Kreuzungen zu Auffahrunfällen. „Das sind vielleicht keine großen Unfälle, doch die hohe Quote an Fahrerfluchten ist nicht zu akzeptieren“, sagt Peter Trapp dem KURIER.

Er war früher Polizeibeamter und wird häufiger von Nachbarn und Freunden angesprochen. Das mit der Fahrerflucht sei so ein Gefühl gewesen, sagt er. Das Gefühl täuschte ihn nicht.

In Gatow kontrolliert die Polizei nun häufiger

Noch mal eine Vergleichszahl: In der gesamten Polizeidirektion 2 (Charlottenburg-Wilmersdorf und Spandau) lag die Fahrerfluchtquote im vergangenen Jahr bei 23,4 Prozent.

Trapp lebt seit 1979 in Gatow. Er hat eine deutliche Zunahme des Durchgangsverkehrs beobachtet. „Wer von Potsdam nach Berlin will, fährt bei uns vorbei“, sagt er. Zudem sei die Einwohneranzahl in den beiden Ortsteilen gestiegen.

Der CDU- Abgeordnete bleibt zuversichtlich. Trapp hat erfahren, dass die Polizei stärker kontrolliert. „Es gab in diesem Jahr 32 Einsätze zur Kontrolle des Straßenverkehrs und 26 Einsätze zur Kontrolle der Geschwindigkeit. 200 Verkehrsteilnehmer wurden überprüft – immerhin“, sagt er ernst. 

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com