Das Strandbad Weißensee war eines der ersten Bäder, die bereits am 1. April in Berlin öffneten. Pächter Alexander Schüller (33) und seine 46 Mitarbeiter freuten sich riesig auf die neue Badesaison.
Im Sommer kommen täglich bis zu 2200 Besucher ins Strandbad. Zahlreiche Veranstaltungen (wie ein Rock-Konzert) waren geplant.
Doch nun sind die Tore wieder dicht. „In den Duschen, Toiletten und in der Restaurant-Küche gab es plötzlich Probleme mit dem Abwasser-Abfluss“, sagt Schüller. „Eine Sanitär-Firma suchte fieberhaft nach dem Grund.“
Gesundheitsamt spricht Betriebsverbot aus
Der fand sich dann auf einem benachbarten Grundstück, wo noble Wohnungen entstehen. „Dort befindet sich auch das Abwasser-Rohr mit Hebebecken und Pumpsystem vom Strandbad. Bei dem Bauvorhaben wurde scheinbar die komplette Anlage zerstört“, so der Pächter.
„Weil das Abwassersystem nicht funktioniert, erteilte das Gesundheitsamt nun ein Betriebsverbot für das Strandbad.“
Es kam zur Krisensitzung mit Bezirk und Baufirmen. „Mit dem Ergebnis, dass alle zur Reparatur notwendigen Arbeiten ein Jahr dauern“, sagt Schüller.
Der Pächter hofft noch auf eine Sondergenehmigung
„Selbst der Bau einer Überbrückungsmöglichkeit, der acht Wochen dauert, wäre nicht akzeptabel. Denn mit dem Ausfall einer fast ganzen Badesaison würden alle Mitarbeiter den Job verlieren.“ Damit es nicht so weit kommt, wird nun mit dem Bezirk über die Aufnahme eines provisorischen Teilbetriebes verhandelt.
„Das ginge mit Ausschankwagen für Getränke und Speisen sowie mit Toilettenwagen“, sagt Schüller. „Als Duschen könnten die Strandduschen ausreichen.“ Der Pächter hofft, dass er alles genehmigt bekommt, um das Strandbad bald wieder zu öffnen. Falls nicht, wird der Sommer in Weißensee sehr traurig.
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