Die Entwicklung lässt sich an der Verschreibung von Krätze-Medikamenten ablesen. Eine Auswertung von Krankenkassendaten im Auftrag des RBB ergab nun: Die Zahl der Verordnungen in Berlin stieg von 7846 im Jahr 2016 auf 10.024 im vergangenen Jahr. Auch für 2018 wird ein Anstieg erwartet. Ausgewertet wurden Daten von AOK, Barmer, DAK und IKK.
Auch in Brandenburg mehr Fälle von Krätze
Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich in anderen Bundesländern. So ergab die Erhebung für Brandenburg einen Anstieg von 8062 Verschreibungen von Krätze-Arzneien im Jahr 2016 auf 8736 im vergangenen Jahr. Die Barmer meldet für NRW einen Anstieg von 15.232 auf zuletzt 26 750 Verordnungen.
Aber präzise Erkenntnisse dazu, wie viele Betroffene es in Deutschland insgesamt gibt, hat noch niemand. Denn eine Meldepflicht existiert nicht. Nur Einrichtungen, in denen sich die Krätze schnell ausbreiten kann, müssen Ausbrüche an die Gesundheitsämter melden – zum Beispiel Kitas, Schulen, Kliniken, Pflegeheime, Flüchtlingsheime und Gefängnisse. Das Robert-Koch-Institut in Berlin spricht von einer „sehr lückenhaften Datenlage“.
Auslöser der Krätze sind Milben
Bekannt ist, dass die Zahl der vollstationären Klinikpatienten mit der Hauptdiagnose Krätze seit 2011 bundesweit steigt – von damals weniger als 1000 Betroffenen auf mehr als 5500 im Jahr 2017. Aber die Ursachen dieser Entwicklung liegen noch im Dunkeln. Auslöser der Krätze sind Milben. Sie werden durch engen Hautkontakt übertragen. Zur Ansteckung kommt es meist innerhalb einer Familie oder zwischen Pflegebedürftigen und Betreuern. Erste Symptome sind Juckreiz, Bläschen und gerötete Knötchen.
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