Nach drei Jahren wurde er von Trainer Pal Dardai als Kapitän abgesetzt und verlor seinen Stammplatz. Doch Lusti ließ sich nicht hängen, kämpfte sich zurück ins Team und war beim 2:1 gegen Freiburg wieder in der Startelf. Vom Leidgenossen zum Fightgenossen.
Für Dardai war es keine leichte Entscheidung. Nach dem Euro-Aus bei Bröndby Kopenhagen (1:3) reagierte er, weil er eine „aggressivere Körpersprache“ der Spieler sehen wollte, und machte Vedad Ibisevic zum neuen Spielführer. „Für Lusti war es schwierig. Aber er hat die Entscheidung akzeptiert. Ich denke, er war damit geschützt. Das ist alles geradeaus gelaufen. Für die Mannschaft ist Lusti ein wichtiger Spieler“, erklärt Coach Dardai noch mal das Kapitänsbeben kurz vor dem Saisonstart.
Lustenberger gratulierte Ibisevic sogar zum Amt, machte keinen Zoff. Der Schweizer erwies sich als fairer Sportsmann. In den Tagen danach sah man ihm sogar ein Stück Erleichterung an, nicht mehr Kapitän zu sein. Lustenberger konzentrierte sich voll auf seine Arbeit und ackerte wie ein Besessener auf dem Schenckendorffplatz.
„Wir sind alle froh, dass Fabian zehn Tage Toptraining abgeliefert hat. Er hat sogar im Training die meisten Tore geschossen. Das ist eine überragende Leistung. Und genau so hat er dann auch gespielt gegen Freiburg“, lobt Pal Dardai seinen Ex-Kapitän.
Lustenberger selbst schweigt: „Kein Kommentar!“ Doch wie er agiert, sagt viel mehr aus. Nach dem 2:1-Last-Minute-Treffer von Julian Schieber sprang er völlig enthusiastisch auf die Jubeltraube. Kein anderer im Team freute sich mehr als der Schweizer. Der dienstälteste blau-weiße Profi weiß, wie wichtig dieser Auftaktsieg war.
Dardai spielte hohes Risiko mit Lustis Entmachtung und sieht jetzt, dass nicht nur der Schweizer, sondern die gesamte Mannschaft davon profitiert. „Das spricht für unseren Teamgeist, unsere Moral und den Konkurrenzkampf, den die Jungs angenommen haben“, ist Dardai glücklich.
Doch der Ungar will jetzt keine Gemütlichkeit im Team: „Wichtig ist, dass wir jetzt nicht zufrieden werden – das gilt auch für Lusti.“ Nein, dieser Schweizer bleibt ein Fightgenosse.
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