Berlin - Wir haben's ja. Der Schuldenberg Berlins ist auf 61 Milliarden Euro gewachsen. Doch dem Land gehen jedes Jahr Steuereinnahmen bis zu einer halben Milliarde Euro verloren.Der Gesamtpersonalrat schlägt Alarm. Denn den Finanzämtern fehlen 960 Stellen. Das entspricht der Größe der zuständigen Behörden in Charlottenburg, Lichtenberg, Steglitz und Zehlendorf. Aufgrund der hohen Mehrbelastung der Mitarbeiter liegt der Krankenstand inzwischen bei 10 Prozent. Die Folge: Nicht alle Steuererklärungen können hinreichend bearbeitet werden. Klaus Wilzer, Vorsitzender des Gesamtpersonalrates: "Der Steuerehrliche ist der Dumme. Das ist eine Einladung zum Steuerbetrug."Das Abgeordnetenhaus hat sich mit dem Problem bereits im Hauptausschuss beschäftigt, nun wird im Unterausschuss Personal nach Lösungen gesucht. Hauptausschuss-Chef Ralf Wieland: "Wir könnten mit mehr Steuereinnahmen z.B. mehr Zins-Zahlungen an die Banken abdecken." Rose-Marie Seggelke von der Gewerkschaft GEW hat einen anderen Wunsch: "Mit 500 Millionen Euro könnten wir 7500 neue Lehrer einstellen."Die Senats-Finanzverwaltung wehrt sich. Sprecher Daniel Abbou: "Es geht nicht nur um Köpfe. Unsere Beamten sind bei Effizienz und Qualität spitze. Die Prüfungshäufigkeit bei mittelgroßen Betrieben betrug in den letzten drei Jahren in Berlin 27 Prozent, im Bundesschnitt nur 23 Prozent."
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com