Experten schlagen Alarm

Krawall-Schulen erobern die Stadt

Gewalt und Zerstörungswut: Die Zustände an der Heinrich-Mann-Schule in Neukölln erhitzen noch immer die Gemüter. Doch auch in anderen Bezirken gibt es große Probleme.

R. Gorny
Lesezeit 2 Min
Die Heinrich-Mann-Schule in Neukölln sorgte mit ihrem Brandbrief an den Senat in den vergangenen Tagen für viel Gesprächsstoff.

Die Heinrich-Mann-Schule in Neukölln sorgte mit ihrem Brandbrief an den Senat in den vergangenen Tagen für viel Gesprächsstoff.

© Stickforth Lizenz

Nach Einschätzung des Interessenverbandes Berliner Schulleitungen ist mittlerweile jede fünfte Bildungseinrichtung eine Brennpunktschule. Heike Körnig, Direktorin an der Feldmark-Grundschule in Hohenschönhausen: „Ein viel zu hoher Anteil unserer Mädchen und Jungen kommt ohne Frühstück in den Unterricht.“ Auch werde Schwänzen von manchen Müttern und Vätern mit fadenscheinigen Entschuldigungen gedeckt: „Wir gehen dann in Einzelfällen mit dem Sozialarbeiter in die Elternhäuser.“ Ein mutiger Schritt, den nur wenige Schulen gehen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert mehr junge Pädagogen für Brennpunktschulen in Neukölln, Marzahn-Nord und Hellersdorf-Nord. Diese sollten als Anreiz besser als bisher bezahlt werden. Marzahns Schulstadtrat Stefan Komoß (SPD): „Schulleiter sollten zudem verstärkt durch Verwaltungsleiter entlastet werden.“

Die Deutsche Polizeigewerkschaft im Beamtenbund verlangt eine Rückkehr zur Meldepflicht aller Gewaltvorfälle an Schulen. Landeschef Bodo Pfalzgraf: „Da ist zuletzt viel unter den Tisch gekehrt worden.“

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema