Expedition Sommer

Der schwere Weg zum Turm-Diplom

Das schöne Städtchen Bad Freienwalde lockt mit einer besonderen Wanderroute.

Florian Thalmann
Lesezeit 5 Min

Das Wandern ist des Müllers Lust… nicht nur! Bewegung an der frischen Luft tut gut – und liegt im Trend. Klar, dass es in Brandenburg viele schöne Routen gibt. Eine davon ist jene, die durch die dichten Wälder am Rand von Bad Freienwalde führt. Und die selbst die trittfesten KURIER-Reporter ins Schwitzen brachte.

Turm-Diplom von Bad Freienwalde

Höhepunkt der Wanderung ist der 28 Meter hohe Bismarckturm. 112 Stufen führen zur Aussichtsplattform, bei gutem Wetter kann man von hier bis zum Biosphärenreservat Schorfheide gucken.

Höhepunkt der Wanderung ist der 28 Meter hohe Bismarckturm. 112 Stufen führen zur Aussichtsplattform, bei gutem Wetter kann man von hier bis zum Biosphärenreservat Schorfheide gucken.

© cam.cop media / Klug

Der 26 Meter hohe Aussichtsturm ist die erste Station der Wanderung. Hier gilt es, 98 Treppenstufen zu erklimmen.

Der 26 Meter hohe Aussichtsturm ist die erste Station der Wanderung. Hier gilt es, 98 Treppenstufen zu erklimmen.

© cam.cop media / Klug

Turm-Wärter Max drückt den Stempel in den Sammel-Pass von KURIER-Reporter Florian Thalmann. Wer alle Stempel hat, bekommt das begehrte Turm-Diplom.

Turm-Wärter Max drückt den Stempel in den Sammel-Pass von KURIER-Reporter Florian Thalmann. Wer alle Stempel hat, bekommt das begehrte Turm-Diplom.

© cam.cop media / Klug

Der Schanzenturm, mit 38 Metern Höhe der höchste der Runde.

Der Schanzenturm, mit 38 Metern Höhe der höchste der Runde.

© cam.cop media / Klug

Die Wanderroute geht vorbei an der Brunnenkapelle, die 1861 gebaut wurde. 

Die Wanderroute geht vorbei an der Brunnenkapelle, die 1861 gebaut wurde. 

© cam.cop media / Klug

Geschafft! Turm-Diplomand und KURIER-Reporter Florian Thalmann bekommt von Marina Sprenger (60), Mitarbeiterin der Touristen-Information, die verdiente Urkunde überreicht.

Geschafft! Turm-Diplomand und KURIER-Reporter Florian Thalmann bekommt von Marina Sprenger (60), Mitarbeiterin der Touristen-Information, die verdiente Urkunde überreicht.

© cam.cop media / Klug

Sechsundneunzig, siebenundneunzig, achtundneunzig … geschafft. Der Schweiß läuft. Zum Glück weht hier, in 26 Metern Höhe, ein kühler Wind. Der Aufstieg auf den Aussichtsturm geht mächtig in die Beine – doch der Blick über das Städtchen Bad Freienwalde, das von oben wie eine winzige Spielzeugstadt wirkt, entschädigt. Gern würden wir hier bleiben. Doch drei Türme fehlen noch – und die Belohnung, das Bad Freienwalder Turm-Diplom, ist zu verlockend.

Seit dem Start im Jahr 2004 hat sich der Turm-Wanderweg zu einer der beliebtesten Touren der Umgebung gemausert. Kein Wunder. Hier laufen die Besucher nicht ziellos durch den Wald, sondern haben eine Aufgabe. Vier Türme – Aussichtsturm, Schanzenturm, Eulenturm und Bismarckturm – müssen bestiegen werden, an jedem gibt es einen Stempel in den Wander-Pass, den sich jeder Diplomand vorher im Netz herunterladen oder in der Tourist-Info abholen kann. Wer alle vier schafft, bekommt das begehrte Diplom ausgehändigt.

„Im Juni kamen nicht viele Wanderer her – aber seit dem 1. Juli ist es, als hätte man ein Schleusentor geöffnet“, sagt Max (55). Er ist der Turmwächter des Aussichtsturms, erster Punkt der Wanderung. Über hölzerne Treppen durch den Wald haben wir ihn erobert, uns den Stempel abgeholt – und ein paar Infos zur Geschichte. 1879 wurde der Turm errichtet, ursprünglich befand sich darin eine Wetterstation. „Und er dient als Kriegerdenkmal“, sagt Max. An seinem Tisch am Eingang wartet er auf Wanderer. Ein spannender Job? „Ich lese den ganzen Tag Zeitung“, sagt er. Kein Wunder, dass sich im Turm eine Ausstellung befindet – mit jeder Menge Zeitungsartikeln über Bad Freienwalde.

Über das enge Treppenhaus steigen wir die 98 Stufen auf die Aussichtsplattform. Wanderer aus Jahrhunderten haben ihre Namen in die Ziegel gekratzt – über die Jahre hat sich ein antikes Gästebuch gebildet. Auch die Akustik im Turm ist unglaublich – oben angekommen hören wir, wie Max ganz unten sein Fisch-Döschen auskratzt.

Nach dem Abstieg geht es weiter. Über zwölf Kilometer durchquert der Wanderweg die Wälder, vorbei an prächtigen Naturlandschaften. Auf unserer Tour begegnen wir nichts und niemandem – nur das Rauschen des Windes durch die Blätter ist unser Begleiter. Der Weg ist gut ausgeschildert – überall an den Bäumen prangen kleine, braune Türmchen auf weißem Grund. Wer sich hier verläuft, ist selbst schuld.

Entlang des Weges können Wanderer einige besondere Orte besuchen. „Hier befindet sich beispielsweise eine alte Köhlerei, die früher noch betrieben wurde, heute eine Einkehrmöglichkeit ist“, sagt Marina Sprenger (60), Mitarbeiterin der Tourist-Information. Mitten im Wald kommen wir auch an einer kleinen Kapelle vorbei, die schon 1861 gebaut, später restauriert wurde.

Die vier wichtigsten Stationen sind aber die Türme. Nach dem Aussichtsturm folgt der Schanzenturm (38 Meter hoch, 161 Stufen), der Eulenturm (13 Meter, 54 Stufen) und am Schluss der Bismarckturm (28 Meter, 112 Stufen). Hier gibt’s noch einmal einen spektakulären Blick – bei gutem Wetter reicht die Sicht bis zum Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.


Das Turm-Diplom von Bad Freienwalde

Wo? Die Tourist-Info befindet sich in der Uchtenhagenstraße 3, 16259 Bad Freienwalde

Wann? Geöffnet Mo. - Fr. 9 - 18 Uhr, Sa. und So. 10 - 15 Uhr. Öffnungszeiten Türme: tgl. 10 - 17 Uhr

Preis: Das Ticket für alle vier Türme kostet 6 Euro, ermäßigt 3 Euro, Einzeltickets pro Turm 2/1 Euro.

Anfahrt: Am besten mit der Bahn. Z.B. Regio RE 3 von Hauptbahnhof bis Eberswalde, von hier RB60 Richtung Wriezen bis Bad Freienwalde.

Infos: Weiteres unter www.bad-freienwalde.de und
Tel. 03344/150890


Am Ende können auch wir uns bei Sprenger unser Diplom abholen. Die schicke Urkunde mit aufgedrucktem Namen ist eine schöne Erinnerung. Wer sie haben will, sollte aber etwas Zeit einplanen, Proviant einpacken und feste Schuhe anziehen. Die anstrengende Tour lohnt sich. „Ich bin den Weg selbst schon gelaufen“, sagt Sprenger. „Viele Leute finden, dass das Stück zwischen Eulen- und Bismarckturm das schönste ist – meiner Meinung nach ist die ganze Strecke toll“, sagt sie.

Die nächste Folge der großen Serie „Expedition Sommer“ lesen Sie am Montag. Morgen finden Sie in Ihrem KURIER die Serie „Super-Sommer“ mit vielen spannenden Verlosungen.

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