Inmitten des riesigen Parks, kaum sichtbar, steht eine winzige Tür. Sie erinnert an die Pforte eines geheimnisvollen Schlosses, ist aber nur etwa 20 Zentimeter groß, eingebaut in einen Hügel. „Was ist dahinter?“, frage ich. „Der Schatz von Irrlandia“, sagt Park-Chef Matthias Beier, lächelt. Ein Kind kommt vorbei. „Was ist hinter der Tür?“ Dieses Mal antwortet der KURIER-Fotograf: „Ein Schatz. Und irgendwo hier liegt der Schlüssel.“ Das Kind beginnt mit der Suche – und Beier lacht über den Schlüssel, den der Fotograf erfunden hat. „Jeder dichtet etwas dazu und macht seine eigene Fabel draus – so ist das in Irrlandia.“
Tatsächlich hat der Park etwas Märchenhaftes – und ist nicht nur deshalb ein echtes Kinder-Paradies. Über Jahre hat der Kinder- und Jugendverein Lolly Pop e.V. in der brandenburgischen Kleinstadt einen riesigen Spielplatz geschaffen – mit Mega-Rutschen, Trampolinen, Wasserbomben-Katapult und Co. Und er ist der Mann, der jedes Jahr Tausenden Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubert: Park-Chef Beier (62). „Man muss an so einem Projekt viel Spaß haben“, sagt er, als er den KURIER über das große Gelände führt. Woher die Motivation? „Meine Mutter war Kindergärtnerin, vielleicht ist da was hängen geblieben. Und außerdem sagt man: Männer werden sieben Jahre alt, dann wachsen sie nur noch.“
Der Park blickt auf eine lange Geschichte zurück. 1999 rief der Verein in Storkow ein Strohfestival ins Leben. „Weil der beteiligte Bauer nach den ersten zwei Jahren nicht mehr genug Stroh liefern konnte, zogen wir im dritten Jahr ein Maislabyrinth hoch, um unsere Gäste nicht zu verprellen.“ Die Resonanz in den darauffolgenden Jahren war so riesig, „dass wir 2006 anfingen, den Park zu entwickeln“. Kein leichtes Projekt. „Als wir auf dem Gelände mit den Arbeiten begannen, gab es hier keinen einzigen Baum, keinen Strauch, nix“, sagt Beier.
Inzwischen hat sich „Irrlandia“ zu einem echten Hingucker entwickelt. Rund 60 Spielmöglichkeiten gibt es auf dem Gelände – von Labyrinthen über Trampoline und einen Wasserspielplatz bis hin zur zwölf Meter hohen Freifall-Rutsche.
Besonders die ist ein Prachtstück, der fantasievoll gestaltete Turm das heimliche Wahrzeichen des Parks. Wenn Chef Beier Gäste durch den Park führt, rutscht er auch selbst mit, schiebt auch den KURIER-Reporter an. „Nicht nachdenken“, sagt er, „Einfach los“. Dann stürze ich ins Leere. Ein Heidenspaß – nicht nur für Kinder.
Auch zu allen anderen Attraktionen kann Beier viel erzählen. Mitten im Park findet sich „Rollandia“, ein abgetrennter Bereich, in dem kleine und große Besucher in riesigen, mit Luft gefüllten Ringen umherrollen können. „Hier gibt es immer furchtbar viel Stress“, sagt er. „Denn hier wollen die Kinder immer nicht mehr raus. Deshalb haben wir ein Signal für den Wechsel eingeführt, damit jeder an die Reihe kommt.“
An einer Station können die Gäste Seifenblasen zaubern. „Die Lösung koche ich selbst, das Rezept verrate ich nur im Beisein meines Anwalts!“ 75.000 Besucher waren in der letzten Saison hier, in diesem Jahr werden es wahrscheinlich noch mehr sein. Denn dass der Parks ein Schmuckstück ist, hat sich herumgesprochen.
Beier: „Wir haben hier beispielsweise auch keine Wege, nur Wiesen. Die Leute können sogar ihr eigenes Picknick mitbringen, solange sie ihren Müll wieder mitnehmen.“ Und: Die Macher haben wirklich an alles gedacht. Im Eingangsbereich steht sogar ein Baum, der zur Nuckel-Entwöhnung dient – hier können kleine Besucher ihre Schnuller anbinden. „Und sie dann natürlich gern dreimal im Jahr besuchen kommen“, sagt Beier und lacht.
Das war die letzte Folge aus der Reihe "Expedition Sommer". Wenn Sie wissen wollen, welche besonderen Orte in und um Berlin unser Team noch besucht hat, dann lesen Sie hier weiter:
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