Ein gelungener Einstieg in eine Diskussion mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über Demokratie und Glauben. Es wurde ein einträchtiges Gespräch, bei dem es für beide vor allem gegen Ende heikel wurde, als junge Amerikaner und Deutsche Fragen nach dem Massensterben von Flüchtlingen im Mittelmeer und dem US-Drohnenkrieg stellten.
Obama freute sich zunächst über die vielen jungen Leute im Publikum und gab preis, das er nach Amtsende endlich ausschlafen und sich mehr um Frau und Töchter kümmern könnte, dass er Berlin liebe und Merkel eine seiner liebsten politischen Partnerinnen sei.
Das Gespräch von Merkel und Obama wurde von Bischof Heinrich Bedford-Strohm und Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au moderiert.
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Er lobte seine Gesundheitsreform – eine Spitze gegen seinen von ihm nicht genannten Nachfolger Donald Trump, der sie kippen will. Ganz Amerikaner, mahnte er Optimismus an, seit seiner Geburt 1961 – „ich weiß, das lässt mich alt erscheinen“ – hätte gerade Europa unglaubliche Fortschritte gemacht, was Wohlstand und Frieden angeht.
Er forderte, sich gegen Fremdenhass, Nationalismus und antidemokratische Strömungen in der Welt einzusetzen. „Das ist eine wichtige Schlacht, die wir führen müssen.“
Herausgefordert waren Merkel und Obama, als ihnen im zweiten Teil des Gesprächs ein Student und eine Sozialarbeiterin aus Mannheim, eine Lehrerin und eine Sängerin aus Chicago gegenübertraten. Der Student wollte wissen, wie Obama mit den bis zu 900 zivilen Opfern von Drohnen-Angriffen auf Terroristen umgehe.
Obama erklärte, dass sei eine der größten Herausforderungen für ihn gewesen, weil man einerseits die eigene Bevölkerung schützen, andererseits seine Ideale und Werte hochhalten müsse.
Seine Entscheidungen hätten am Ende dazu geführt, dass die Zahl der unbeteiligten Opfer zurückgegangen sei. Am Ende müsse man sich daran erinnern, dass die USA Drohnen gegen Menschen einsetzen, „die hier gerne eine Bombe zünden würden“.
Merkel musste bei der Frage der Sozialarbeiterin nach einem schnellen Beenden des massenhaften Sterbens von Flüchtlingen im Mittelmeer eingestehen, dass das nicht gehe. Man müsse erst einmal in Libyen, wo Hunderttausende in Lagern vegetieren und nach Europa übersetzen wollen, „einen Staat erzeugen“. Erst dann könne man die Flüchtlingsbewegung kontrollieren.
Die Kirchentagsbesucher verfolgen eine Diskussionsveranstaltung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ex-US-Präsident Barack Obama.
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„Das dauert länger als erhofft“, man müsse jeden Tag daran arbeiten. Sie wies darauf hin, dass die Bundesmarine schon 20.000 Menschen aus dem Meer gerettet habe. Merkel und Obama waren nahe beieinander, als es um die Verbindung von Glauben und Politik ging.Merkel sprach von notwendiger Demut, Obama sagte: „Ich denke, dass es immer gut ist, auch ein bisschen zu zweifeln. Wir sehen nur einen Teil der Wahrheit.“
Die meisten Sätze der beiden wurden beklatscht, es gab aber auch Buh-Rufe, als Merkel sich zur Abschiebung besonders von afghanischen Flüchtlingen äußerte, die Arbeit hätten, deutsch sprächen und von ihren Arbeitgebern gebraucht würden. Da stecke die Politik in einem Dilemma.
Die Verfahren müssten schneller werden, so dass Menschen ohne Chance auf ein Bleiberecht gar nicht erst in die Kommunen kommen. „Ich weiß, dass ich mich damit nicht beliebt mache.“
Obama sprang ihr bei, führte die Flüchtlingsbewegung aus Lateinamerika in die USA an: „Man muss Barmherzigkeit und Mitgefühl für die Kinder auf der anderen Seite der Grenze haben, aber wir sind auch Staatschefs mit Verantwortung für unsere Bürger.“ Barmherzigkeit, Solidarität und Mitgefühl fänden deshalb rechtliche Grenzen, und die Ressourcen seien begrenzt.
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