Die Furcht davor ist – wie sich jetzt herausstellt – absolut begründet: Laut „New York Times“ hat die gefährlichste Terror-Miliz, der Islamische Staat (IS), hierzulande ein funktionierendes Terrornetzwerk aufgebaut.
Als sogenannte „Schläfer“ getarnte Selbstmordattentäter warten demnach bereits auf ihre Mord-Aufträge – und auch ein geheimes Informationssystem haben die IS-Kämpfer in Deutschland inzwischen installiert. Verdeckte IS-Agenten arbeiten in ganz Europa – auch in Deutschland – längst an konkreten Plänen für vernichtende Anschläge.
Wie das System funktioniert, enthüllte jetzt der Ex-IS-Terrorist Harry Sarfo, ein in Bremen aufgewachsener Sohn christlicher Einwanderer aus Ghana, in der „NYT“. Sarfo konvertierte nach Kontakten mit fanatischen Islamisten als Jugendlicher zum Islam. Er wurde immer radikaler – und reiste im April 2015 mit seinem Freund Adnan S. nach Syrien aus, schloss sich dort dem IS an. Bekannt wurde Sarfo kurz darauf, als er auf einem IS-Video zu sehen war, das die Ermordung von zwei syrischen Soldaten durch den Bonner Dschihadisten Yamin Abou-Zand und den österreichischen IS-Terroristen Mohamed Mahmoud zeigte.
Sarfo selbst weigerte sich nach eigener Auskunft, die Wehrlosen zu ermorden. Er kehrte im Juli 2015, angeblich angewidert von der Brutalität und Gnadenlosigkeit des IS, nach Deutschland zurück, sitzt in Bremen eine dreijährige Haftstrafe ab.
Im „NYT“-Interview bestätigt der IS-Insider jetzt, was Sicherheitsexperten befürchtet haben: Der IS hat hierzulande längst sein mörderisches Werk begonnen. IS-Rekrutierer gehen dabei laut Sarfo mit einem ausgeklügelten System vor. Gesucht werden speziell Kriminelle, die Zugang zu kriminellen Strukturen haben. Ganz gezielt schicke zudem IS-Chefstratege Abu Mohammed al-Adnani Anschlagsplaner auch nach Deutschland. Diese geben die Anschläge indes nicht selbst in Auftrag. Sarfo: „Sie nutzen dafür neue radikalisierte Konvertiten.“ Diese seien völlig „sauber“, Geheimdienste und Sicherheitsbehörden hätten sie deshalb überhaupt nicht „auf dem Radar“.
Diese IS-Boten nehmen dann Kontakt zu radikalen, gewaltbereiten Islamisten im Westen auf, die ihrerseits bereits per Internet mit der IS-Zentrale im syrischen Al Rakka in Kontakt stehen – und zu Selbstmordattentaten bereit sind.
Unterstützt werden die potenziellen Attentäter bei den Anschlags-Vorbereitungen erneut durch die verdeckten Anschlagsplaner, die Orte für Angriffe auskundschaften, Waffen und Sprengstoff besorgen. Nach diesem ausgeklügelten System sollen auch die Attentäter von Würzburg und Ansbach, Riaz Khan Ahmadzai und Mohammad Daleel, vom IS instruiert und geführt worden sein. DJA
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